Spontane Zieländerung

Peter tauscht die Seewasserpumpe
Peter tauscht die Seewasserpumpe

Mittwoch, 21. Juli 2021 bis Freitag 23. Juli

 

Nicht so spät aufstehen, schnell noch beim Supermarkt vorbei – denn es soll heute Schleimünde werden – das Auto wieder abgeben, und – ab!

So ganz schnell ging es dann doch nicht. Mehr Einkäufe als gedacht – also nach dem Einkauf zunächst diese per Auto an Bord abliefern. Wieder los, Auto abgeben. Per Fahrrad zurück nach Sonwik. An Bord ist alles zur Abfahrt bereit. Wozu es auch kommt, kaum dass der Vormittag fast vorbei ist.

„Dasindwir“ wird voraussichtlich in Wackerballig warten, bis wir in etwa auf deren Höhe sind. Von „Hein Mück“ wissen wir noch nicht, ob ihnen Schleimünde recht ist.

Um halb eins meldet sich „Hein Mück“, dass bis 16 Uhr die Schlei bei Rabelsund gesperrt ist und erkundigt sich, ob wir an Schleimünde als Ziel festhalten wollen. Sonst könnten wir doch gerne in Grauhöft zu ihnen stoßen. Später der Vorschlag, zu ihnen zu kommen, wenn sie im Noor ankern. Von „Dasindwir“ heißt es, ankern ok, aber am liebsten vor Schleimünde auf der Ostsee.

Inzwischen sind wir 1 Meile vor Kalkgrund, „Dasindwir“ hat uns in Sichtweite. 

Wir gucken uns an und wissen nun gar nicht mehr was wir machen sollen. Ich sage: „Dann fahren wir jetzt nach Høruphav. Wir haben doch beide unseren noch für heute gültigen Test für die Einreise nach Dänemark“. Etwa fünf Minuten dauert es, bis wir uns zunicken, die Segel dicht holen und mit einem Schrick in den Schoten Richtung Høruphav segeln. Von „Dasindwir“ wird das registriert – und auch sie beschließen umzukehren und uns zu folgen. Das war eine wirklich großartige Überraschung!

Lu und Carina haben wir sogleich über unsere Planänderung informiert. Wie wir später per Handynachricht erfahren, sei Schleimünde nicht übermäßig belegt gewesen, aber sie haben tatsächlich im Noor geankert. Am Sonnabend wollen sie zurück in Wedel sein. So hat unser nochmaliges Treffen leider nicht geklappt – aber wir steckten in der Zwickmühle, wem wir jetzt den Vorzug geben.

 

Donnerstag, 22. Juli 2021

Nun also endlich Dänemark, endlich Leberpastete und Hot Dog. Für Chiara: Endlich Nudeln, Baden gehen und mit richtig vielen Leuten Karten spielen. Für uns die Freude, dass Peter sich unserer Wasserpumpe annehmen würde – das aber ist Axels nachfolgende Geschichte. Siehe für Teil 1 auch den Eintrag "Short Track" nach drei Einträgen weiter unten.

 

Seewasserpumpe Teil 2

Als „Dasindwir“ auch spontan Richtung Høruphav abbog keimte die leise Hoffnung, Peter könnte doch eventuell, vielleicht...

Abends, beim beliebtesten Bordmischgetränk, erwähnte Peter beiläufig, der natürlich schon von der tropfenden Pumpe wusste, „heute nicht mehr, ich schau mir das morgen mal an.“

Und dann kam er nach dem Frühstück, begutachtet kurz das Tropfen und die Ersatzpumpe, ließ sich Werkzeug reichen und nach wenigen Minuten hatte er den Übeltäter in der Hand. Was fehlte war der Abzieher, um das Zahnrad, das die Pumpe antreibt, von der Welle zu bekommen. Peter versuchte die Zwei-Schraubendreher-Methode, aber die Gefahr, das Zahnrad zu beschädigen, war zu groß. Wie kommen wir jetzt an einen Abzieher? Eine Werkstatt in Sønderborg suchen, die das mal eben schnell erledigt oder uns kurz einen Abzieher leiht? Oder einen kaufen, den man schließlich immer mal gebrauchen kann? Kaufen ist die erste Priorität. Peter mit Kronen ausgestattet, er radelt mal schnell nach Sønderborg. Minuten später kommt er zurück. Ich hatte zwischenzeitlich einen Laden gegoogelt, der so etwas haben müsste und wollte die Info Peter per Handynachricht zukommen lassen. „Nö, brauchen wir alles nicht.“ Der Liegeplatznachbar, den Peter angesprochen hatte, hat um 17 Uhr einen Mechaniker bei sich an Bord, der würde für uns einen Abzieher einstecken. Was für eine Erleichterung.

 

Nun kommt ein Intermezzo über Interpretation von Beobachtungen ins Spiel, die mich an den Rand eines Nervenzusammenbruches brachten:

Das zweite Schiff an Backbord war das Ziel des Mechanikers, das dritte Schiff war „Dasindwir“. Gegen 17 Uhr hantierte der Mechaniker mit dem Eigner am Rigg herum. Peter schaute in aller Seelenruhe nach achtern und schien ihn nicht zu bemerken. Ich schrieb Peter eine Handynachricht, der Mann sei jetzt vor Ort und ob er ihn schon gesehen habe? Er schrieb zurück, er könne ihn doch jetzt nicht nerven, er hat doch zu tun. Konnte ich verstehen und blieb ruhig. Ging wohl auch mal kurz ins Schiff, um Chrissie vom Fortgang der Angelegenheit zu informieren. Peter schaute weiterhin fast teilnahmslos weiter nach achtern. Der Mast des Nachbarn wurde mit zwei Fallen wegen eines gebrochenen Vorstags oder Bugbeschlags stabilisiert. Dann verließ der Mechaniker mit seinem Werkzeugkasten den Ort des Geschehens; Peter schaute nach achtern und mir rutschte das Herz sonstwohin. Als der Mechaniker in sein Blickfeld kam, ging er ihm mit der Pumpe in aller Seelenruhe hinterher. Hoffentlich haut der nicht ab, bevor Peter ihn erreicht hat. Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt; warum geht er nicht schneller! Er erwischt ihn gerade noch beim Schließen der Heckklappe. Ein sekundenschneller Wortwechsel und Peter tritt den Rückweg an, Scheiße, der hat keinen Abzieher dabei. Alles wieder auf Null. Bedröppelt sitze ich an Bord und teile mit Chrissie meinen Frust. Fahren wir eben weiter mit einer tropfenden Pumpe.

 

Im Niedergang erscheint Peter mit dem Zahnrad auf der neuen Pumpe. Is it magic? Nein. Einmal nicht hingeschaut, als Peter den Abzieher bekam und in kürzester Zeit das Zahnrad von der Welle zog und sich wieder ins Cockpit setzte. Und er ging auch nicht mit der Pumpe dem Abziehermann hinterher, sondern er brachte ihm den Abzieher zurück!

 

Jetzt ist das leidige Thema Schnee von gestern und Windspiels Volvo hat wieder eine „trockene“ Seewasserpumpe. Was für eine Erleichterung für die kommenden Jahre. Und das war nicht das erste Mal, dass mein Bruder, Chrissies Schwager und unser Chefmechaniker, uns aus einer großen technischen Verlegenheit geholfen hat. Egal ob Auto, Uhr, Boot oder Sonstiges. Er bekommt ohne viel Federlesens und in aller Selenruhe alles repariert.

 

Freitag, 23. Juli 2021

Joshua und Axel holen Brötchen und erledigen letzte Einkäufe. Während wir mit ihm noch beim Frühstück sitzen kommt Peter, um noch die Schrauben des bei Krängung ausgetretenen Diesels beim neuen Tankgeber abzudichten. Genug Brötchen sind da, Kaffee auch. Auch Chiara lässt sich sehen; bevorzugt allerdings Müsli auf „DSW“.

Bald darauf sind wir reisefertig; „Dasindwir“ will nach Schleimünde, wir am besten „Testmotoren“ nach Sønderborg: Erstens weil kein Wind, zweitens gucken, ob die Pumpe schön dicht ist.

So trennen sich unsere Kurse, ein paar letzte Fotos für die Mama zu Hause, ein letztes Winken.

Wir sind schon eine Stunde später fest in Sønderborg. Hier werden wir bald angesteckt von der uns umgebenden, allgemeinen Reinlichkeitseuphorie und putzen das Boot bis das Teak und der Kajütaufbau wieder strahlt!

Ein erster Hotdog wird die Belohnung, die wir uns redlich verdient haben.

„Dasindwir“ ist in Maasholm. „Hein Mück“ schickt ein Brückenselfie aus dem Kielkanal.

 

Pause in sonwik

Chiara, Joshua und Peter starten von Holtenau Richtung Schlei
Chiara, Joshua und Peter starten von Holtenau Richtung Schlei

Sonnabend, 17. Juli 2021

 

Während "Windspiel" zum ersten Mal seit der Übernahme in 2016 wieder Sonwik-Luft schnuppert und wir nach dem gestrigen Schwitzen wieder durchatmen können - immer noch dank Sonnenpersenning - hat "Dasindwir" in Holtenau Besatzung bekommen. Joshua und Chiara haben angeheuert. Bestenfalls soll es gleich nach Schleimünde gehen, aber ein Liegen dort bei kräftigem West-Nord-West-Wind nicht die beste Wahl. Die Reise bei frischem Wind, bei Damp bis 25 kn. Abends liegen sie vor Anker westlich von Maasholm.

"Hein Mück" ist am Morgen ankerauf gegangen und nördlich um Alsen herum bei bis zu 6 Windstärken nach Søby gesegelt. Immer mehr im Einklang mit ihrem neuen Schiff.

Wir sehnen den Montag heran, für die letzte Kurzunterbrechung unserer Sommertour, um per Mietwagen gen Hamburg  zu gelangen, für die zweite Coronaimpfung, und die eine und andere Erledigung für die Mama und natürlich einen Besuch bei ihr.

 

Another short track

"Hein Mück" legt ab Richtung Dyvig
"Hein Mück" legt ab Richtung Dyvig

Freitag, 16. Juli 2021

 

Vorübergehendes Abschiednehmen von Lu und Carina. Die beiden zieht es nach Dänemark – wir wollen heute schon nach Sonwik. Wenig Wind, aber unverdrossen werden die Segel gesetzt. Kurz vor der dänischen Küste finden wir einen kleinen Windstrich, der uns zeitweise mit 4 Knoten voranbringt. Wir genießen diesen wiederum kurzen Törn. In Sonwik wird getankt, am reservierten Liegeplatz angelegt, aufgeklart und – geschwitzt. Von Lu und Carina hören wir, dass sie in der Dyvig ankern, ebenfalls schwitzen – aber baden. „Dasindwir“ ankert in der Kieler Förde.

"Hein Mück" meets "Windspiel"

Mittwoch, 14. Juli bis Donnerstag, 15. Juli 2021

 

Mittwoch, 14. Juli 2021

 

Um kurz nach 9 Uhr wird der Fachmann in Sonwik kontaktiert. Telefonische Beratung deutet auf den Simmering hin, auch eigene Recherchen, wo tropft es genau, bestätigen dies. Leider hat der Fachmann keine freien Kapazitäten, und da wir über Ersatzteile verfügen sollen wir das Teil doch einfach selbst wechseln. –

Nun, dann eben doch erstmal Glücksburg. Diese Etappe ist nochmal kürzer. Axel beobachtet das stete Tropfen, während wir das kurze Stück nach Glücksburg segeln. 

Nach Ankunft Nachricht von „Hein Mück“, sie machen sich in Kürze von Kappeln auf den Weg, um uns hier zu treffen. Das ist eine schöne Überraschung. 

Wir starten indes, unsere Lebensmittelvorräte zu ergänzen und marschieren Richtung Edeka. Vorübergehende Bewölkung hat sich sogleich verzogen, sodass wir in brütender Hitze den Fußweg auf uns nehmen. 3 ½ Kilometer kommen uns vor wie 6, zu trinken nix dabei. Als wir endlich am Ziel sind, fallen wir erst einmal gegenüber in die Stühle der „Scheune“, bestellen nach der ersten gleich die zweite Flasche Mineralwasser und gönnen uns einen Vorspeisenteller für 2.

Zum Glück gibt es einen Bus, der uns nach dem Einkauf binnen weniger Minuten zu unserem Ausgangspunkt zurückbringt.

An Bord die wie gewohnt brütende Hitze, unser Windscoop leistet gute Dienste; bestimmt eine halbe Stunde sitze ich vor der Koje auf dem Boden und genieße den Windhauch, den es im Schatten nur hier gibt.

Später am Abend kommen Lu und Carina mit ihrer „Hein Mück“ an und legen sich an einen freien Platz gleich gegenüber. Axel zaubert aus unseren neuen Vierländer Kartoffeln leckere Bratkartoffeln mit einem Spiegelei dazu. Bei einem Gläschen Wein genießen wir einen entspannten Abend.

 

Donnerstag, 15. Juli 2021

 

Ludger und Carina kommen zum Frühstück und verkünden zu unserer großen Freude, dass sie heute noch hierbleiben, um mit uns ein wenig Sightseeing zu machen. Sie würden gerne zu Fuß laufen, jedoch können wir sie davon überzeugen, dass der Fußmarsch in dieser Hitze kein Vergnügen ist. Also die Busverbindung von Haltestelle Quellental Richtung Schloss im Internet ermittelt. Abfahrt 12:44 Uhr. Tatsächlich zeigt der Plan an der Bushaltestelle 12:53 Uhr. Na besser zu früh vor Ort als zu spät, denn der Bus verkehrt nur alle 60 Minuten. Und wiederum stellen wir fest: Echt gut, so ein Internet...

Station Schloss steigen wir aus und bewundern Schloss und Innenhof. Am Rosarium vorbei Richtung Orangerie finden wir eine schöne Lindenallee, die uns zu einer erfrischenden Pause Richtung „Scheune“ führt. 

Ludger und Carina wollen auf jeden Fall zu Fuß zurück, wir schnappen uns kurzerhand auch ihre Einkäufe und bringen diese per Bus zurück an Bord.

Die Kombüse bleibt heute kalt, Kochen wäre eine Strafe bei diesem Wetter. Stattdessen sitzen wir gemütlich auf der Terrasse des FSC und lassen uns bewirten.

 

SHORT TRACK

Montag, 12. Juli bis Dienstag, 13. Juli 2021

 

Montag, 12. Juli 2021

 

Einen Tag Pause gönnen wir uns, denn wir haben erst nächsten Montag von Sonwik aus die Autofahrt nach Hamburg geplant; der 2. Pieks für mich.

Es geht ein frischer Wind, in Langballigau ist lebhafter Betrieb. Wir drehen eine kleine Runde zu Fuß, werden allerdings schnell von toten, ins Wasser ragenden Bäumen gestoppt, spätestens vor dem Morast am Waldweg oberhalb des Strandes geben wir auf. Stattdessen wird es im Fährhaus ein Matjesbrötchen und ein kühler, erfrischender Weißwein.

Nette Nachbarn schwärmen von Schausende, dorthin soll es denn auch am nächsten Tag gehen.

 

Dienstag, 13. Juli 2021

 

Das wird eine kurze Reise. Ostwind, immer noch, und weniger als gestern. Aber Segeln macht Spaß. „Windspiel“ läuft, und mit unserer neuen Navigationstechnik werden wir immer vertrauter. An der „Schwiegermutter“ vorbei, kurz vor der Dalsgård-Untiefentonne, machen wir eine Halse und segeln flott an Holnis vorbei, Schausende schon im Blick. Kurz darauf werden die Segel gestrichen, und wie auch in Langballigau haben wir freie Platzwahl. Platz 49, der unserer netten Nachbarn in Langballigau, liegt unserem genau gegenüber.

Das Restaurant hat leider Ruhetag, eine genauere Erkundung der Umgebung fällt aufgrund der Hitze aus. 

Als die am späten Nachmittag so langsam vorbei ist, widmet sich Axel unserer leckenden Wasserpumpe. Ein neuer Dichtungsring ist fällig. Zum Glück findet sich in unserem Fundus ein passender, allerdings nur ein einziger, da ist Vorsicht geboten. Auch die Schlauchschelle wird überprüft – am Ende ist die Ursache aber nicht behoben. Hier die ganze Geschichte:

 

Die Seewasserpumpe, Teil 1

 

Seit Tagen tropft es aus der Seewasserpumpe. Sogar, wenn der Motor nicht läuft! Also: Immer schön das Seeventil auf- und zumachen. Meine eigener Versuch die Pumpe zu reparieren endete in einer Beinahe- Katastrophe und fußte auf einer falschen Beobachtung. Ich dachte, der Übeltäter sei die Dichtung vom Deckel der Pumpe. Recherchen in verschiedenen Foren im Internet ließen mich verwirrt zurück. - Also frisch ans Werk ohne vernünftig nachzudenken. Ich ließ das Seeventil offen, in der irrigen Annahme, nur das Wasser im Kreislauf liefe ins Schiff, und dann sei Ruhe. Mal eben den Deckel abgeschraubt, und die Ostsee hörte nicht auf ins Schiff zu laufen. Wat nu? Deckel mit neuer Dichtung draufschrauben und dann ist Ruh? Pustekuchen; ich bekam nicht eine Schraube wieder reingedreht und das Wasser plätscherte fröhlich weiter. Innehalten- Deckel mit einer Hand auf die Pumpe drücken und mit der anderen Hand? Keine Ahnung. Also Chrissie aktivieren, die schon Schlimmes ahnte, aber ruhig blieb. Sie musste im Niedergang über mich rübersteigen ohne Niedergangstreppe und über den Motorblock. Dann übernahm sie den Seewasserpumpendeckel und ich kroch in die Achterkammer, um das Seeventil zu schließen. Erstmal Ruhe; und 15 Liter Wasser aus der Motorbilge lenzen. Dann bemerkten wir, dass die Dichtung überhaupt nicht gepasst hätte, sie hatte die Schraubenlöcher an den verkehrten Stellen. So wie alle anderen Dichtungen bei den vier vorhandenen Reserve-Impellern auch. Nur eine einzige passte zum Glück. Jetzt weiß ich, warum jedem Impeller 4 verschiedene Dichtungen beigepackt sind. Von denen ich annahm, sie seien alle gleich. Nein, es muss für den gleichen Impeller verschiedene Pumpen mit unterschiedlichen Deckeln geben. Und unsere hatte der Voreigner, bis auf die eine, alle schon verbraucht. Nun musste ich nur noch den Deckel mit der einzigen passenden Dichtung auf die Pumpe schrauben. Aber der Fehler war nicht behoben, die Pumpe tropfte weiter. Es ist wohl doch der Simmering, der den Motor- vom Wasserkreislauf trennt. Zum Glück hatte ich vor vier Jahren schon eine Pumpe für derartige Fälle als Ersatzteil gekauft und an Bord gelegt.

Nun soll es in Sonwik ein Fachmann richten.

 

Es geht weiter nach Langballigau

Leuchtturm Kalkgrund in Sicht
Leuchtturm Kalkgrund in Sicht

Sonnabend 10 . Juli 2021 bis Sonntag, 11. Juli 2021

 

Gleich morgens nutzen wir den Luxus unseres fahrbaren Untersatzes um einzukaufen. Im Anschluss bringt Axel den Wagen zurück und kommt per Fahrrad an Bord. Nachmittags kommt Besuch, Bernhard schaut vorbei, der, wie wir seit kurzem wissen, nun in Arnis lebt. Nach einigen Jahren gab es viel zu erzählen und ein Treffen mit der „Ella“ in den nächsten 2-3 Wochen wird ins Auge gefasst.  Auch „Freja“ meldet sich. Deren Wochenendziel ist die Schlei, wo wir sie am frühen Nachmittag gleich gegenüber an einem freien Liegeplatz in Empfang nehmen.

Ein gemütlicher Tag geht bei einem Abendessen mit Hermi und Karin an Bord von „Windspiel“ in den Abend über.

 

Sonntag, 11. Juli 2021

 

Das gewohnt gemütliche Frühstück auf „Freja“. Gleich darauf trennen sich unsere Wege. „Freja“ zurück nach Wendtorf, wir Richtung Flensburger Förde. Nachdem es gestern noch bei zeitweise bedecktem Himmel recht kühl war, scheint heute durchgängig die Sonne. Der Wind weht mit 3 Bft. aus Osten. Wir kommen flott voran und genießen einen wunderbaren Segeltag. Gegen halb fünf erreichen wir unser heutiges Ziel, Langballigau, wo wir beide noch nie waren. Es ist schön warm, und nach so viel Sonne über den ganzen Tag bauen wir schnell das Sonnenpersenning. Das Sprayhood klappen wir herunter, damit der Wind uns erreicht und gleichzeitig angenehme Kühle verschafft. An Land ein Købmand, Imbissläden und ein Restaurant, das wir vielleicht morgen ausprobieren wollen; bei schönem Wetter auf einer Dachterrasse. Und ordentlich Trubel, an diesem schönen sonnigen Sonntag. 

Den späteren Abend verbringen wir damit, ein funktionierendes Internet aufzutun, um das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft sehen zu können. Weder das Hafennetz noch eine Mindestanforderung von 3G ermöglichen dies, selbst das Aktualisieren eines Livetickers hängt sich immer wieder auf. Die Telekom bietet vorzugsweise Edge und manchmal LTE. Dänisches Radio schließlich lässt uns teilhaben am Rest der Verlängerung und dem Elfmeterschießen, das am Ende Italien für sich entscheidet. Wir waren ja für England, die wären einfach mal wieder dran gewesen.

 

kurze umfuhr

Robinsons kurz vor der Kurve bei Rabelsund/Schlei
Robinsons kurz vor der Kurve bei Rabelsund/Schlei

Montag, 5. Juli 2021 bis Freitag 9. Juli 2021

 

Das Ausschlafen wird verlängert durch das Pladdern des Regens auf Deck. Heute wollen wir zu Henningsen & Steckmest, von wo es zu einem kurzen Hamburg-Aufenthalt nach Hause geht. Der Regen beschließt seine Tätigkeit als wir ablegen, sogar mit etwas Sonnenschein motoren wir Richtung Kappeln. Eine Freude, als uns 6 Robinsons vom Haus Warwisch auf ihrer Wikinger-Wanderfahrt entgegen segeln. Sogleich werde ich aufs Vorschiff beordert, um Fotos zu machen, die Axel in alter Verbundenheit natürlich sofort weiterleitet.

 

 

Einlaufend in den Hafen von Henningsen & Steckmest. Nur Platz 18 ist noch grün. Ob das gutgeht für die nächsten Tage?

Platz 18 geht klar, sagt der Senior Rolf Steckmest. Hier darf „Windspiel“ liegen bleiben, bis wir voraussichtlich am Freitag wiederkommen.

 

Dienstag, 6. Juli 2021 bis Freitag, 9. Juli 2021

Zuhause wird am Donnerstag der Papierkram für die Mama erledigt und ein Impftermin wahrgenommen. Am Freitag die Mama im Pflegeheim besucht. Die uns fröhlich begrüßt und, auch wenn sie aus dem Schlaf sanft hochgerissen wird. sofort erkennt. Vor Abfahrt gönnen wir uns wunderbaren Matjes mit der unschlagbaren Hausfrauensoße vom Fischhuus in Blankenese, bevor es abends mit einem Focus Kombi von Ford- Hansen zurück an Bord geht.

 

Schleimünde

Freitag, 2. Juli 2021 bis 4. Juli 2021

 

Mit Hummeln im Mors geht es los. Wir wollen nach Schleimünde und hoffen, dort bei einer nicht zu späten Ankunft einen Platz zu ergattern. Bei der Ausfahrt ein kurzer Gruß zu einer anderen „Windspiel“, Heimathafen Finkenwerder.

Bis Bülk raumer Wind, Sonnenschein, dann ändern wir die Richtung und wollen Richtung südwestlicher Sperrgebietstonne vor Damp. Aus der Eckernförder Bucht bläst es wie fast schon gewohnt recht kräftig – in der Spitze 5 Bft., dazu dreht der Wind zu unseren Ungunsten. Immerhin kommen wir trotz allem ohne Wende aus. Unter Land können wir nun etwas abfallen, sodass wir bald kurz vor Schleimünde die Genua einrollen. Das geht wie gewohnt zu schwer, obwohl wir alle Expertentipps berücksichtigt haben! Schleimünde lässt uns jetzt zur Mittagszeit freie Platzwahl. Erst später am Nachmittag füllt sich der Hafen. 

Am Strandsaum stehen jetzt 2 Strandkörbe, recht einladend, da der Wind aus Westen bläst. Recht kühl ist es auch. 

 

Sonnabend, 3. Juli 2021

 

Immer noch Westwind. Immer noch frisch. Wir genießen kleine Spazierrunden und den Strandkorb. Leider genießen wir nicht das Abendessen in der Giftbude. Der Koch ist krank und das Friteusenteam macht die Notküche. Backfisch, Currywurst oder Schnitzel stehen zur Wahl. Der Backfisch ist dreieckiger Formfisch, nix frisches Filet im Bierteig. In altem Öl frittiert wenig Fisch und viel Panade, die sich mit Fett vollgesogen hat. Dazu Pommes frites. Die waren in Ordnung. Hoffentlich ist der Koch beim nächsten Besuch wieder gesund. Spät abends entdecken wir bei der abendlichen Handydurchschau „Dasindwir“ auf Marinetraffic unterwegs im Kanal, verpassen jedoch knapp das „Brückenselfie“ in Rendsburg. Immerhin klappt es mit dem Webcam-Stalking in Schacht-Audorf. 

 

Sonntag, 4. Juli 2021

 

Blauer Himmel. Ab 10 Uhr auf Ost drehender, leichter Wind. Es ist richtig warm, sodass wir nach dem Frühstück unser Sonnenpersenning bauen. Der gestern bis in die letzte Ecke gefüllte Hafen leert sich gegen 12 Uhr. Ebenso schnell ist er wieder gut gefüllt. Uns lockt das schöne Wetter zum in diesem Jahr erstmaligen Baden. Dazu nutzen wir den gestern erst entdeckten komfortablen Zugang zum Wasser über Holzbohlen und eine kleine Treppe auf Höhe des Lotsenhauses. Alle anderen schienen sich lieber gleich von Bord aus ins Wasser zu stürzen. SUPs werden allerorten durch den Hafen gesteuert, allein, mit Kleinkind oder Hund dabei. Wir verleben einen herrlichen Sommertag in Schleimünde, den ein kurzer Rundgang und ein kühler Weißwein im Cockpit beschließt.

Hitze, regen, Sturmböen und Sonne

Vor Regen und Böen schnell zurück in den Hafen
Vor Regen und Böen schnell zurück in den Hafen

Dienstag, 29. Juni 2021

 

Hafentag in Strande. Die Sonne lacht, es ist heiß und schwül. Der DWD hat eine Gewitterwarnung für die Ostseeküste, von Flensburg bis Fehmarn. Kommt hier nicht her, hat der Hafenmeister gestern gesagt. Auch unser Nachbar zweifelt. Kuchenbude ist gebaut – und das ist gut so, denn dem Donnern über Laboe folgen Minuten später heftige Regengüsse und Blitz und Donner auch hier. Großes Hallo bei den Kindern und Jugendlichen in den Optis und Lasern, die es gerade eben schaffen, vor der Böenwalze an den Slipp zu kommen. Dann pfeift es mit bis zu 8 Bft. Später geht der Wind weg; der Regen bleibt. Wir schauen uns das Achtelfinale der deutschen Mannschaft an – was für ein Vergnügen dagegen das gestrige Spiel der Schweiz gegen Frankreich. Später fliegen auch noch die Schweden gegen die Ukraine aus dem Turnier.

 

Mittwoch, 30. Juni 2021

 

Es ist trocken, aber der Himmel grau. Als sich später die Sonne zeigt, machen wir einen kleinen Spaziergang und entdecken dabei, dass das Schild an unserem Liegeplatz nun Rot ist. Leider wird dieser Platz doch schon heute von seinem Besitzer beansprucht, da seine Maschine schneller repariert werden konnte. Wir legen ab, da kommt er schon, und wir suchen uns einen neuen Platz. An Steg 5 werden wir fündig. Die Kuchenbude nur zum schnellen Einsatz kurz auf das Sprayhood gerollt macht sich dieser Umstand sogleich wieder bezahlt. Es beginnt ausdauernd zu regnen und hört bis in die Nacht hinein nicht auf.

 

Donnerstag, 1. Juli 2021

 

Ein grauer Morgen und ein grauer Vormittag. Unseren heutigen Spaziergang beginnen wir nach dem letzten Regen dieses Tages gegen Mittag. In Schilksee erfrischen wir uns im „El Möwenschiss“ mit einer kühlen Zitronenlimo und genießen auf dem Rückweg schon herrlichen Sonnenschein. Der Wind weht frisch, auf der Förde reicht vielen die Genua. Spontan fassen wir den Entschluss, heute Abend beim KYC zu essen, zuvor trinken wir geschützt im Garten des Restaurants Cappuccino und Latte Macchiato. Gemütlich in der Sonne an Bord und später Einkehr beim KYC: das rundet unseren Strande-Aufenthalt ab. Morgen wollen wir weiter. 

Gieselaukanal - Strande

Das obligatorische "Brückenselfie"
Das obligatorische "Brückenselfie"

Montag, 28. Juni 2021

 

Leinen los um kurz nach halb neun. „Ol Baas“ fährt mit eigenem Antrieb, nach Klärung der Anwendertricks für ihren Außenborder telefonisch beim Papa. Wir bleiben als Backup- Schlepper immer kurz hinter ihnen, falls ihr Mariner- Röcheleisen wieder streiken sollte. Ohne Mucken erreichen wir gemeinsam Holtenau.

Hier herrschen klare Verhältnisse: Wir warten erst auf ein größeres Containerschiff, dann dürfen die 8 wartenden Sportboote einlaufen.

Kurzer Abschied von Klaas und Lina, dann laufen wir aus und setzen die Segel. Wind von vorne, 3 Bft. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit und Getüdel kommen wir mit gut 6 Knoten unserem Ziel näher. Sollte Strande, unser gesetztes Ziel, übervoll sein, wäre Schilksee die Alternative.

Zur besten Abendbrotzeit laufen wir in Strande ein und sind gefühlte 90 Sekunden später fest. Und auch noch auf einem Platz an Lieblingssteg 7.

Kurzes Aufklaren, Hafengeld bezahlen – und ab, der Magen knurrt. So sehr, dass es bei „Bruno“ Burger und Currywurst sein muss. 

Nach einem Fußball-Leckerbissen, dem Einzug ins Viertelfinale der Schweiz mit dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Frankreich, fallen wir müde in die Koje.

 

Dank Frank "Frankie" Heuser sind wir jetzt auch elektronisch auf der Höhe mit B&G Zeus 3S 9 Zoll, Philippi Batterie- und Tankmonitor und UKW- Sprechfunk mit AIS. Wer uns "stalken" möchte: Windspiel auf Marinetraffic. Oder auf der gleichnamigen App unter Windspiel, DE Pleasure Craft.

Es geht los

"Ol Baas" im Schlepp zum Gieselaukanal
"Ol Baas" im Schlepp zum Gieselaukanal

Sonntag, 27. Juni 2021

 

Sonnenschein. Um viertel vor acht wird abgelegt. Kaum Wind aus Nordwest, es ebbt seit einer knappen Stunde. Wir motoren, um Strecke zu machen. Die Sonne scheint, später wird es heiß, spätestens vor der Schleuse. Weißes Licht beim Ankommen, das auf Rot springt, als wir fast direkt vorm Schleusentor schon das Klingeln des sich schließenden Tores vernehmen. Zugegeben, die Schleuse war gut gefüllt, aber die kurz vor uns in die Schleusenvorkammer eingelaufene große Bavaria trat auf die Bremse und traute sich nicht weiter. Um ihnen nicht ins Heck zu rauschen musste auch unsere Maschine auf rückwärts schalten.

Nun heißt es Warten. 1 ½ Stunden, verkündet der Schleusenmeister. Kurz bevor die um sind, haben wir eine kleine Biga 24 im Schlepp, deren Außenborder den Dienst versagt hat. 

Ich funke die Schleuse an und informiere, dass wir im Schlepp einlaufen würden. Das ginge natürlich nicht, wir sollten auf die nächste Schleusung warten. 10 Schiffe der 12 – 15 mittlerweile wartenden könnten jetzt mit: Wir nicht. Punkt und "aufgelegt". Mehrfach KielKanal 1 gerufen, um das Gespräch zu beenden. Nach dem vierten Anruf meldet sich der Schleusenmeister. Ich weise ihn darauf hin, dass wir und auch unser Havarist schon länger als alle anderen warten würden. Er klärt mich über die Unwichtigkeit der Freizeitschifffahrt und die prioritäre Bedeutung der Berufsschifffahrt auf. Ergänzt mit dem Hinweis, dass man wie die Berufsschifffahrt (?) seine Boote in tadellosem Zustand zu halten habe. (Warum versuchen die immer mal wieder durchs geschlossene Schleusentor zu fahren?) Nachdem er das verkündet hatte, wendete sich überraschenderweise das Blatt: Unser Schleppverband solle als erstes einlaufen, danach alle anderen, denn nun gebe es eine reine Sportbootschleusung.

Entgegen der ursprünglichen Pläne, unseren Schlepp in Brunsbüttel „abzustreifen“, fuhren wir im Verband weiter, mit dem zwischenzeitlich modifizierten Ziel Gieselau (statt Rendsburg). Ankunft zur Abendbrotzeit, das wir allerdings schon vorgezogen hatten. Später kamen Klaas und Lina von „Ol Baas“ auf einen Klönschnack zu uns an Bord, wobei sie uns zum Dank eine Flasche Rum überreichten.