Das Neueste steht dieses Jahr immer unten. Bitte scrollen. Update am 05.09.2020 - "Borsfleth - Stade - Wedel" und allerletzter Nachtrag am 06.09.2020

Sommertour 2020

Donnerstag, 25. Juni 2020

Die letzten Tage verbrachten wir mit den Überlegungen, wann wir unsere diesjährige Sommertour beginnen. Corona hatte nicht nur uns im Frühjahr fest im Griff. Wir durften nicht mal am Boot arbeiten, weil wir als Touristen aus Hamburg das Virus in die Wedeler Bootshalle einschleppen könnten. Anfang Mai wurde das Tourismusverbot für Bootseigner endlich gelockert. Mit einem Monat Verspätung wurde Windspiel“ am 16. Mai gekrant, am 18. Mai der Mast gestellt und das Boot für die Saison so nach und nach vorbereitet und ausgerüstet.

Pfingsten Probesegeln.

Vor unserem Sommerurlaub wussten wir, dass Chiara uns anfangs begleiten wird. Da passte es wunderbar, dass auch Familie Schulz/Pankau mit uns in den Segelurlaub starten würde. Das verbotene Wort: „Langeweile“ würde nicht fallen.

Kurzfristig hat auch Joshua noch auf „WSP“ angeheuert. Allerdings nur ein paar Tage.


Start bei 30° plus

Freitag, 26. Juni 2020

Wir starten mit ablaufend Wasser und legen um Punkt halb zehn ab. „Lina“ wartet schon vor dem Hafen. Auf beiden Schiffen werden Segel gesetzt und wir beginnen unsere Reise bei Rekordtemperaturen und Sonnenschein. Nur selten schläft der Wind so sehr ein, dass wir die hilfreichen Wassersprühpropeller (Foto) zum Einsatz bringen mussten. Der Wegfall von Wind und die nachlassende Tide kurz hinter Brokdorf ließen uns die Segel streichen und die Maschine starten. Mit dem erfrischenden Effekt von Fahrtwind.

 

Warten vor der Schleuse eine knappe Stunde, danach ereignisloses Kanalmotoren bis zum Gieselaukanal. Alle Kinder und die beiden Großen von „Lina“ erfrischen sich mit einem Bad – uns erschien das eher trübe Wasser zu wenig verlockend.


Nok via gieselau

Sonnabend, 27. Juni 2020

Start Gieselau gegen 8:30 Uhr. WSP startet etwas zeitiger, „Linas“ Maschine gibt mehr her, weshalb sie uns etwa 5 Kilometer vor Holtenau wieder einholten. Chiara hatte auf „Lina“ angeheuert, Joshua blieb bei uns.

Vor der Schleuse Warten auf einen großen Schleppverband, der vor den Sportbooten in die Schleuse einlief. Dort musste der Lotse über Land vom vorderen auf den hinteren der beiden Cuxhavener Wulff-Schlepper. Da das aufgrund von Höhe und Weite nicht so einfach möglich war, wurde eine über Funk angeforderte Gangway angelegt. Dazu sein Funkbeitrag: Er sei wohl sportlich genug, um den Rest Wegs auf die Brücke des Schleppers zu bewältigen. Tröstend die Auskunft des Schleusenmeister, dass ja jeder Seemann bekanntlich ein guter Artist sei und ansonsten das Wasser 22° hätte.

 

Vor den Sportbooten lief der Schleppverband langsam aus der Schleuse aus. Zeit genug für den noch eben blauen Himmel, sich mit grauen Wolken zuzuziehen. Auf halber Strecke ging ein heftiger Schauer nieder. Kiel verschwand im Grau des Regens und nun erreichten uns die den Regen begleitenden Böen. Möltenort als Ziel und mal wieder das entsprechende Wetter...

Wir liefen bei schlechter Sicht mit Regenböen langsam Richtung Kiel und wieder zurück, bevor wir in langen Boxen nebeneinander in Möltenort festmachten. 

Abendessen von Schiff zu Schiff: Nudeln und Tomatensoße mit Hähnchen. Die Nudeln von „Lina“ und von „Windspiel“ die Soße.


Joshua unterstützt den HSV

„Lina“ und „Windspiel“ in Möltenort
„Lina“ und „Windspiel“ in Möltenort

Sonntag, 28. Juni 2020

Abschied von Joshua. Per Fähre, die direkt vor unserem Bug ablegt, Bahn, Bus und Bus nach Bönningstedt, wo er zum Fußball gucken verabredet ist. Hat nix genützt, der HSV hat es wieder vergeigt.

Wir folgen „Lina“, die zwei Stunden vor uns Richtung Damp unterwegs ist. Chiara steuert hervorragend bis hinter Bülk. Wo wir höher ran müssen und uns kurz darauf die lang anlaufende Welle aus der Eckernförder Bucht trifft. Der Himmel grau, am Abend und in der Nacht fängt es an zu regnen.

 


Zumindest baden

Glubschis und Schafi als Begleiter in der Nacht
Glubschis und Schafi als Begleiter in der Nacht

Montag, 29. Juni 2020

Damp. Kein Regen. Sonnenschein. Frischer Wind, der morgen noch stärker werden soll. Wetter zum Baden gehen. Später bemängelt Krebsexpertin Chiara das mangelhafte Vorkommen derselben. So bleibt es bei kürzerem Schlauchbootfahren und späterem Kartenspielen der Kinder auf „Lina“.


Familientreffen

Dienstag, 30. Juni 2020

Windig. Kühl. Wir Großen haben uns mit meinem Großcousin Jürgen und seiner Frau Renate ins Café zu Kaffee und Kuchen verabredet. Jürgen hat mit seiner Bianca 28 „Windspiel“ in Damp gelegen, schräg gegenüber von unserem Liegeplatz. Dort liegt das Boot noch immer, allerdings hat er es vor gut einem Monat aus gesundheitlichen Gründen verkauft. 

Es gießt in Strömen. Der Wasserstand ist nach unserer Rückkehr noch einmal gefallen, die Hafenmeister haben gut zu tun gehabt, die Leinen der Schiffe zu fieren. 

 


HørupHav- Überwiegend sonnig

Unübertroffen im Krebse erspähen und angeln: Chiara
Unübertroffen im Krebse erspähen und angeln: Chiara

Mittwoch, 1. Juli 2020

Steuermannsbesprechung. Heutiges Ziel: Hørup Hav. Das Wetter erfreulich. Trocken und der Himmel östlich von Land blau mit Sonnenschein.

Kurz vor Falshöft holen wir die Bluetooth-Box ins Cockpit und verbinden diese mit Chiaras Playlist auf ihrem Handy. Bei flotter Musik mit halbem bis etwas vorlichem Wind kommen wir gut und fröhlich voran. Schon gegen halb zwei Uhr befinden wir uns in dänischen Gewässern und setzen die „Margarethe“. Fest gegen halb drei, mit nur einem Schiff zwischen uns. 

Nach üblichem Programm, Baden und Krebse angeln, muss der durch Muscheln-vom-Pfahl-kratzen am Stil gebrochene Kescher ersetzt werden. Den Weg zum Supermarkt für Ersatzbeschaffung unternehmen Chiara und ich gemeinsam. Sie saust sofort mit 2 neuen Keschern zurück, ich erledige derweil noch ein paar Einkäufe.

Stundenlanges Krebseangeln erfordert einen zweiten Eimer, als die ersten Krebse per „Räuberleiter“ aus Eimer Nummer eins herausklettern. Erst ein dicker Schauer beendet den erfolgreichen Angeltag und die Krebse dürfen alle in ihr ureigenes Element zurück.

Auf die Frage nach der 6- Tage Bestätigung für die Einreise in dänische Häfen, kommt die Antwort: hier gäbe es kein Corona.

 

Hanseat 70 BII - "LINA"


auf nach Lyø

„Windspiel“ auslaufend Høruphav
„Windspiel“ auslaufend Høruphav

Donnerstag, 2. Juli 2020

Abfahrtszeit wie gewohnt 10 Uhr. Trotzdem ein verhaltener Start in den Tag. Das frische Brot und Brötchen wandern erstmal unbeachtet in den Seitenfächern, Chiara verschläft das Ablegen und weitestgehend auch den ganzen Segeltag. Wie wir hörten, war das bei Peer und Lea auf „Lina“ nicht anders. Erst nach dem Anlegen auf Lyø lässt Chiara sich blicken, überrascht, dass wir schon da sind. Als wir uns zum Klönen auf „Lina“ einfinden, werden wir sofort mit Nudeln und Tomatensoße versorgt. Kritisch merke ich an, dass die Kinder so gerne nach Lyø wollten und nun alle, trotz Sonnenschein, in den Kojen vor ihrem Handy hocken. Zum Glück änderte sich das bald. Die lästige Abwaschpflicht wurde übernommen, danach ging´s zum Baden. Nur der späte Wunsch, abends um halb acht das Schlauchboot mit dem Motor zu versehen, wurde von uns verweigert. Mit Recht, wie sich herausstellte, denn die Vorbereitungen am nächsten Tag dauerten, mit erneutem Aufpumpen des Kiels, eine gute Stunde.


ein Idyll unter grauen wolken

Sogar mit Gästen- Schlauchboot mit Motor
Sogar mit Gästen- Schlauchboot mit Motor

Freitag, 3. Juli 2020, Hafentag

Die übliche Abfahrtszeit der letzten Tage ist heute Aufstehzeit. Zum Frühstück das leckere Franskbrød vom Bäcker in Hørup Hav. Nach Backschaft können Peer und Chiara endlich die erste, langersehnte Ausfahrt mit dem Schlauchboot unternehmen. Regen und kalte Füße beenden diese. Am Nachmittag zu Ausfahrt Nummer zwei heuern noch zwei Jungs an und freuen sich, dass sie mitgenommen werden. 

Es ist kühl, graue Wolken ziehen und wir erwarten für die nächsten Tage Starkwind. Erst Mittwoch wird gemäß Vorhersage ein Tag zum Weiterfahren, auch danach ist wieder viel Wind angesagt. Bleibt die Hoffnung, dass es für die zweite Hälfte der nächsten Woche vielleicht anders kommt.


Werner- beinhart

Der Salon als Kinosaal
Der Salon als Kinosaal

Sonnabend, 4. Juli 2020, Hafentag

Es regnet den ganzen Tag. Der Starkwind hat uns fest im Griff und Lyø wurde gestern von den meisten Booten verlassen. Ein ungewohnt leerer Hafen, der Wind aus Südwest mit der Vorhersage, es würde mindestens bis Mitte nächster Woche so weiter blasen.

Ein verregneter Gang zum Købmand wird angetreten und zum späten Frühstück gibt es wunderbares, frisch gebackenes Schwarzbrot. Die meiste Zeit bleiben wir an Bord, Chiara auf „Lina“ zum Karten spielen, wir auf „Windspiel“ lesen, dösen und rätseln.

Nach dem Abendessen verwandelt sich „Windspiels“ Salon zum Kino. Zu acht versammeln wir uns vor Leinwand und Beamer und schauen „Werner beinhart“. Gemütlich geht der Abend in die Nacht über, bis eine kleine Regenpause die Rückkehr an Bord von „Lina“ erleichtert.


sommer - aber wann?

Das tapfere Schneiderlein
Das tapfere Schneiderlein

Sonntag, 5. Juli 2020, Hafentag

Es regnet. Es huult. Wir verschlafen ein ungemütliches Draußen, frühstücken erst mittags und freuen uns, dass der Himmel zum Nachmittag endlich etwas aufreißt. 

Dem stürmischen Wind ist unser Adenauer so halbwegs zum Opfer gefallen. Die zerfetzten Spitzen im Gelb erfordern eine Verkleinerung der ganzen Flagge, und der neue Rand wird umgelegt und fein mit Steppstich umsäumt. Eine gut zweistündige Aufgabe für Axel. Das muss halten, bevor wir bei nächster Gelegenheit in eine neue Flagge investieren können.

Später marschieren wir mit Chiara und Peer zum Købmand und erledigen ein paar Einkäufe. Windgeschützt und in der Sonne genehmigen wir uns ein kleines Erfrischungsgetränk, bevor wir zurück zum inzwischen wenigstens sonnenbeschienenen, aber immer noch stürmischen Hafen zurückkehren.

Nach dem Abendessen läuft im „Windspiel-Kino“ heute „Zurück in die Zukunft III“, vor kleinem Publikum.

Der Wetterbericht verheißt Besserung erst zum Mittwoch und Donnerstag. Wollen wir hoffen, dass sich das nicht wieder zu unseren Ungunsten ändert und wir voraussichtlich Mittwoch möglichst entspannt Richtung Schlei segeln können. 


zu viel wind -mit sonnigen abschnitten

Schaukelige Hafeneinfahrt
Schaukelige Hafeneinfahrt

Montag, 6. Juli 2020, Hafentag

Es ist sicher, wir bleiben auch morgen noch hier. Das Wetter bleibt so ungemütlich, windig, heute besonders regnerisch und kühl. Eine Regenpause wird genutzt, um Duschen und Einkaufen zu gehen. Ansonsten ein zermürbender Regentag. Immerhin, die Kuchenbude leistet gute Dienste. Der Wind schafft in der Spitze 9 Bft, ein Hafenkoller lässt sich nur knapp vermeiden. Die Kinder sitzen alle im Vorschiff von „Lina“ und spielen Karten oder haben ihr Handy vor der Nase. Auf „Windspiel“ wird Samurai-Sudoku gespielt, nach dem Zahlenrätsel „Str8ts“, das jeden Tag ein neues Zahlengitter mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bereithält.


noch viel wind - aber gute Aussichten

Anstrengendes Rudern gegen den Starkwind
Anstrengendes Rudern gegen den Starkwind

Dienstag, 7. Juli 2020, Hafentag

Frühstück zur Mittagszeit. Die Großen von „Lina“, natürlich mit „Linchen“ am Bande, bringen uns ein frisches Franskbrød. Nach gemeinsamer Backschaft kann Chiara endlich auf „Lina“ an Bord. Der Regen macht am Nachmittag Pause, im Gegensatz zum Wind. Trotzdem rudern Chiara und Peer in ihren Schlauchbooten aus dem Hafen heraus zum Strand. Der beschwerliche Rückweg gegen Wind um die Ecke erfordert erfahrene Ruderer, was die beiden zum Glück sind. Danach ist die Schlauchbootsaison Geschichte: Axel und Chiara säubern es und legen es zusammen, dann wandert es wieder wohlverpackt in die Achterkammer.

Als der Nachmittag nach so viel Aktivität in den Abend übergeht, meldet sich der Hunger. Nudeln mit Tomatensoße (gibt es oft, aber nicht so oft wie es erscheinen mag) an Bord von „Windspiel“ locken auch Stephan und Peer an unseren Tisch. Danach wird „Lina“ wieder zum Kinderschiff. Als Linchen schläft, kommen Stephan und Alex auf ein Abschiedsgetränk an Bord. Die Details, am morgigen Tag westlich oder östlich um Lyø, wann legen wir ab, mit welchem Ziel? hatten Axel und Stephan schon ausgiebig besprochen. Inzwischen ist auch Chiara wieder da, und um kurz vor Mitternacht geht es in die Koje.


Hafentage Adieu

Die Windspielcrew der letzten zwei Wochen- Chrissie, Chiara, Axel
Die Windspielcrew der letzten zwei Wochen- Chrissie, Chiara, Axel

Mittwoch, 8. Juli 2020

Nützt ja nix. Auch, wenn es in der Frühe noch einmal spürbar kräftige Böen gab, erhoffen wir uns eine moderate Fahrt. „Windspiel“ auf die Schlei, „Lina“ nach Strande, mindestens.

Um kurz nach acht macht Alex noch ein Foto von der „Windspiel-Crew“, bevor erst wir, dann „Lina“ ablegt. Beide mit dem 1. Reff im Groß. Aus dem Lee von Lyø heraus haben wir dann auch durchgängig 5 Bft. und kommen so schnell wie selten voran. Bei Wind westlicher als vorhergesagt steuern wir eher 200-210° als die direkten 190°, um schneller unter Land zu kommen und dann sogar etwas abfallen zu können. 

Chiara hat die etwas schaukelige Überfahrt komplett verschlafen. Erst das Einrollen der Genua vor Schleimünde hat bei kräftigem Wind durch schlagende Segel und Schoten so viel Lärm verursacht, dass sie in Sorge um uns war. 

Entspannt, aber bei Gegenwind motorten wir in Richtung unseres heutigen Ziels, Henningsen & Steckmest in Grauhöft, wo wir schon um kurz vor ein Uhr mittags festmachten.

Den Gang zum Supermarkt unternahmen wir gemeinsam, für unser heutiges Abendessen war Salat mit Hähnchenbrust und frischem Baguette vorgesehen. Die Krönung: Eine große Schale saftig roter Erdbeeren.

Für Chiara und ihre zukünftigen Schlauchboottouren wurde auf dem Rückweg noch eine Regattaweste erstanden.

Währenddessen ist „Lina“ nach Zwischenstopp in Strande zum Tanken, Baden und Eisessen bis zum Flemhuder See gelangt. 

Wir legen Morgen eine kleine Urlaubspause ein. Da Chiara abmustert und abgeholt wird, fahren wir kurzerhand mit nach Hamburg, um dann am nächsten Dienstag wieder zurückzukehren. Unseren Liegeplatz hatten wir gut gewählt, da wir hier bis Mittwoch problemlos liegen bleiben können. Auch unser Blog wird nun eine kleine Pause einlegen.


Ereignisreiches Wochenende

"Hein Mück" passiert den Blankeneser Bull´n
"Hein Mück" passiert den Blankeneser Bull´n

Donnerstag, 9. Juli 2020 bis Montag, 13. Juli 2020

Alles ist fertig gepackt, als Peter uns um Punkt 12 Uhr in Grauhöft abholt, und es auch noch zu regnen beginnt. Seit gestern wissen wir, dass unsere Freunde Carina und Ludger (Ihr kennt sie schon- die Beiden vom Ammersee) nach Hamburg kommen, um die Weltumseglerfreunde Riki und Martin zu verabschieden. Allerdings mit gravierenden Programmänderungen.

Zur Vorgeschichte: Riki und Martin sind mit ihrer „aracanga“ im Jahr 2018 vom Bodensee aus zu ihrer Weltumsegelung gestartet. Begleitet schon damals auf der ersten Etappe durch die französischen Kanäle Richtung Mittelmeer von unseren Freunden auf ihrem Waarschip „Olive“. Ein halbes Jahr später blieb „aracanga“ im Gambia-River alleine zurück, weil Riki schwanger war und zu allem Übel auch noch krank wurde. Seitdem liegt „aracanga“ an einer Boje im Gambia River und wird dort vom Einheimischen Ghee bestens umsorgt.

Während der zusätzlich durch Corona verlängerten Pause in Landsberg hat sich die kleine Kira in die Crewliste eintragen lassen. Es entstand die Idee, mit dem Schiff von Martins Vater, der „Ivalu“, die Reise nach Gambia anzutreten. Alles andere wäre mit zu vielen Unwägbarkeiten verbunden.

Die von Carina und Ludger zunächst geplante Begleitung mit dem Waarship auf der Stande- Mast Route bis Amsterdam, hat gestern eine völlig unerwartete Wendung bekommen: Schon seit zwei Jahren haben sie sich in eine Hornet 32 aus dem SCOe verguckt. Die, so ist es geplant, nächstes Jahr in ihren endgültigen Besitz übergehen soll. Nun kam das überraschende Angebot, die „Hein Mück“ für die Etappen- Begleitung der „Ivalu“ zu nutzen. Am Freitag kamen sie als Übernachtungsgäste zu uns, am Sonnabend wurde „Hein Mück“ geslippt und am Sonntag überführt. Sonntagmorgen haben wir den Bull´n in Blankenese geentert und „Ivalu“ verabschiedet und fotografiert und auch „Hein Mück“ beim Vorbeifahren fotografiert. Nachmittags wurde gemeinsam der Mast gestellt und „Hein Mück“ segelklar gemacht. 

„Ivalu“ wartet derweil in Brunsbüttel, dass „Hein Mück“ am Montag hinterher kommt. Mit unserem Mitbringsel, den in den letzten Tagen liebgewonnenen Franzbrötchen, verabschiedeten wir am Montagmorgen „Hein Mück“ in Wedel zu ihrer Begleitfahrt Richtung Amsterdam.


die nächsten Tage soll es die Schlei sein

Die weithin sichtbare Baumgruppe am Eingang der Schlei
Die weithin sichtbare Baumgruppe am Eingang der Schlei

Am Dienstag erledigen wir allen Schriftverkehr im Hause, packen am Mittwoch alles wie für einen neuen Urlaub und sind dank Lift von Peter am Mittwochabend zurück an Bord. 

Donnerstag wird genutzt, um Einkäufe zu erledigen und einen Bummel in Kappeln zu machen. Unsere Vorstellung, unseren Bummel mit einem kühlen Weißwein in der Hafenheimat zu krönen, musste leider ausfallen. Das Hafenheimat scheint es nicht mehr zu geben.

Allerdings gibt es Pläne für das Wochenende. Hermi und Karin sind am Donnerstag schon nach Damp gesegelt, sodass einem Treffen in Schleimünde nichts im Wege steht.

 

Freitag, 17. Juli 2020

Schönes Wetter vorhergesagt: Das begünstigt den Abstecher nach Schleimünde. Früh abgelegt waren wir früh am Ziel und „Freja“ legte sich gegen Mittag direkt neben uns. 

Während wir windgeschützt in der Sonne saßen wurde der Vorschlag Baden zu gehen, per Badethermometer auf Machbarkeit überprüft. 18°. Nachdem Hermi Axel nicht allein gehen lassen wollte, wurde auch ich noch schwach. Herrlich erfrischt ging es zurück an Bord. 

Am Abend saßen wir gemütlich in der Giftbude zum Essen, noch später am Abend zu Gin-Tonic an Bord von „Windspiel“. Pläne für den nächsten Tag wurden gemacht und verworfen. „Freja“ schon nach Wendtorf zurück oder nicht, in Schleimünde bleiben, oder? Auf jeden Fall Frühstück an Bord von „Freja“!

 

 

Kappeln

Der Fischereikai in Kappeln
Der Fischereikai in Kappeln

Sonnabend, 18. Juli 2020

Die Pläne wurden konkret. Am Nachmittag besuchen uns Peter und Brigitte in Kappeln. Auch für Hermi und Karin war Kappeln die beste Option, Shopping geht immer.

Der Einkaufsbummel wurde von Erfolg gekrönt und mit Räucherfisch inklusive eines kapitalen Aals für das Abendessen bei Föh komplettiert.

Der Besuch brachte selbstgebackenen Johannisbeerkuchen mit, den wir gemeinsam im Sonnenschein  verspeisten.

Wieder zu viert wurde das Abendessen vorbereitet, diverse Sorten Räucherfisch, dazu frisches Schwarzbrot und Rührei. Immer noch warm genug, um draußen zu essen. Und leider schon wieder Abschied nehmen, morgen muss „Freja“ nach Wendtorf, weil Karin am Montag wieder arbeiten muss.

 

 

 

Vor Anker im Gunnebyer Noor

Ankerplatz im Gunnebyer Noor
Ankerplatz im Gunnebyer Noor

Sonntag, 19. Juli 2020

Noch vor 9 Uhr legt „Freja“ ab. Wir nehmen uns Zeit für ein gemütliches Frühstück, Aufklaren und eine Dusche. Um 11:45 Uhr sind wir rechtzeitig an der Brücke in Kappeln, motoren bis hinter Arnis und können von hier aus segeln. Auf der Seekarte suchen wir einen geeigneten Ankerplatz, der uns auch vor dem westlichen Wind guten Schutz bietet. Die Wahl fällt auf das Gunnebyer Noor westlich von Lindaunis. Der am Anfang noch frische Wind dreht auf West, schwächt sich ab und beschert uns eine ruhige Nacht vor Anker. 

 

Montag, 20. Juli 2020

Am frühen Mittag geht es ankerauf. Das heutige Ziel besprechen wir nach Erreichen des Schleifahrwassers. Und das wird noch nicht Schleswig, sondern Missunde. Als uns ein Motorboot den angepeilten Liegeplatz direkt vor dem Missunder Fährhaus wegschnappt, finden wir einen Platz ein Stück weiter in der Marina Brodersby.

 

Missunde- Aktiv

Schleifähre Missunde
Schleifähre Missunde

Der Nachmittag hat gerade erst begonnen. Also lohnt es, die Fahrräder auszupacken. Wir fahren einfach auf gut Glück los, nehmen die Steigung am Yachthafen in Angriff und finden uns schnell an der „Großen Breite“ wieder. Hier bläst der Wind recht frisch und fabriziert eine ordentliche Brandung. Da liegen wir doch sehr geschützt gleich um die Ecke. 

In Brodersby erledigen wir die notwendigen Einkäufe beim Kaufmann und wollen nun Richtung Fähre Missunde unsere kleine Runde beenden. Unverhofft passieren wir „Das Kuchenhaus“, stoppen und setzen uns hier zu Kaffee und Kuchen in den sonnigen Garten. 

Für unser heutiges Abendessen können wir einen Tisch im Missunder Fährhaus buchen. In schönem Ambiente und mit Blick auf Schlei und die Seilfähre ließen wir uns den Pannfisch schmecken. Kreative Küche, wie angekündigt, hätte enttäuschen können, wäre das Preisniveau gehobener gewesen. Allerdings der Gruß aus der Küche, ein Stück Weißbrot mit Thunfisch und Mais aus der Dose und Zwiebeln, gab Anlass zur Verwunderung. Am Ende unterblieb die Nachfrage nach einem Wunsch nach Nachtisch, Kaffee oder einem Digestif, sodass wir schulterzuckend entschieden, diese an Bord zu uns zu nehmen.

 

Dienstag, 21. Juli 2020

Die Fahrradrunde gestern war ja etwas kurz. – Nur 6 km sagte der Tacho. Deshalb: Heute noch bleiben und Radfahren. Der nicht angekündigte Regen hatte sich glücklicherweise erledigt, als wir mittags unsere kleine Tour starteten. Zum Start setzte uns die Seilfähre Missunde über die Schlei. Das Ziel: Rieseby. Dort eventuell Einkehr und zurück. Herrliche, wenig befahrene Radwege erwarteten uns, die für uns ungewohnt viele Steigungen aufwiesen. Der Wegpunkt „Annamühle“ enttäuschte insofern, als dass das Museum in der Woche geschlossen hat. Immerhin konnten wir eine kleine Pause auf einer Bank einlegen. Rieseby von einem Ende zum anderen eine Enttäuschung, zumindest was die Möglichkeit einer Einkehr betraf. So musste der Bäcker im Edeka am Ortsausgang für unsere geplante Einkehr herhalten. Jedoch überwog die Erinnerung an „Das Kuchenhaus“, als wir angemessen enttäuscht unsere Gabeln vor der Hintergrunddekoration von Grillkohle und Blumenerde in industriegefertigte Torte senkten.

Fazit: 20 km bergauf und bergab.

Was gibt´s sonst Neues? Peter ist mit „the Ritena“ seit Montag mit den Kindern auf der Ostsee unterwegs. Heute sind sie in Kappeln. Morgen Treffen in Schleswig?

Fischerdorf Holm in Schleswig
Fischerdorf Holm in Schleswig

Mittwoch, 22. Juli 2020

Zehn vor zwölf legen wir ab und motoren durch den Rest der Missunder Enge. Sobald wir die Große Breite erreicht haben „lüften“ wir die Segel. Bei 2 – 3 Bft. geht es gemächlich bis flott dahin, wir machen zwei Kreuzschläge Richtung Stexwiger Enge. Kurz davor legt der Wind zu, genau gegenan kommt er an der engsten Stelle. Wir rollen schnell die G3 ein, das Groß fällt, denn das Fahrwasser Richtung Schleswig ist knapp 50m breit.

Tonne 80, abbiegen ins Fahrwasser zum Hafen und Liegeplatz einnehmen, an dessen Seite ein freier Platz wartet. Wir waren schon vor 14 Uhr fest, gegen 16:15 Uhr legt sich „the Ritena“ neben uns. 

Mit dem Wiedersehen mit Peter, Joshua und Chiara können auch gleich die bei uns an Bord verbliebenen Dinge von Chiara an sich genommen werden.

Nach einem kleinen Shoppingbummel hat Peter bereits leckere Pfannkuchen in Arbeit, die beiden Bootsbesatzungen außerordentlich munden.

Leider werden sich unsere Wege morgen schon wieder trennen: Peters Ziel ist Fehmarn, wo Joshua und er auf beste Surfbedingungen hoffen. 

Wir werden morgen noch hierbleiben und Stadt und Gegend erkunden. 

Der Bibelgarten

Ein Teil des Bibelgartens im Johanniskloster
Ein Teil des Bibelgartens im Johanniskloster

Donnerstag, 23. Juli 2020

Wir haben schon lange fertig gefrühstückt, als sich nebenan erstmalig etwas regt. Chiara hat sich einen Hafentag gewünscht – und nun bekommt sie ihn.

Erst nach unserem Shopping- und Einkaufsbummel lassen sich die beiden bei uns sehen. Chiara malt und perfektioniert ihre Handskizzen. Nun wagt sie sich auch daran ihr Auge zu zeichnen, mit Hilfe eines kleinen Spiegels. Zwischendurch hilft sie mir beim Kreuzworträtsel – in Handyzeiten eine steinzeitliche Beschäftigung. Die Quizduell-App bekommen wir gezeigt, damit lässt sich gegeneinander spielen und wird gleich ausprobiert.

Von unserem Roastbeef und Sauerfleisch mit Bratkartoffeln bekommt Joshua einen Teil ab, Chiara wünscht sich Joghurt. Mit Nachschlag, sodass nun baldmöglichst nachgebunkert werden muss.

Den Abend verbringen wir mit Kartenspielen bei uns an Bord, alle sind dabei. Früher als gewohnt geht es in die Koje, denn recht früh morgens will Peter ablegen.

 

Freitag, 24. Juli 2020

Seit halb acht ist Ritena unterwegs, Das Wetter: regnerisch, kühl, und es weht eine frische Brise. Als wir gegen halb elf aufgeklart haben, regnet es nach einer Pause erneut. Der Wind legt zu und Himmel und Wolken sehen sehr unfreundlich aus. Unser heutiges Ziel sollte Lindaunis sein. Allerdings: Da gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten für Joghurt ;-). Und abgesehen davon haben wir von Schleswig außer der Einkaufsstraße noch nicht so viel gesehen.

Also holen wir das nach, indem wir vom Hafen zur Fischersiedlung Holm laufen. Dänisch muten die kleinen Häuschen dort an, kleine Gassen und vor den Häusern Stockrosen, Rosen in Hülle und Fülle. In der Mitte eine kleine Kapelle und ein Friedhof. Ein Stück weiter machen wir am Johanniskloster halt und schauen uns den dazugehörigen „Bibelgarten“ an. Ein stilles Refugium zum Innehalten. Richtung Wasser erreichen wir die „Freiheit“, ein Riesenkontrast zwischen den hier entstandenen und noch entstehenden modernen Bauten. Schön, dass der Spazierweg vor den Häusern am Wasser entlang führt, Bänke und Liegen laden ein, eine kleine Pause einzulegen und auf die Schlei zu schauen. Wir umrunden das Restaurant „Strandleben“ und marschieren durch die Fischersiedlung zurück, passieren das Rathaus, machen halt für ein erfrischendes Getränk, bevor wir den besagten Joghurt und das heutige Abendessen einkaufen: Für Steak mit Ratatouille und Couscous.

Der Wind hat noch zugelegt, das haben wir unterwegs bemerkt und zurück an Bord dessen Stärke überprüft. In der Spitze 13,9 m/s, das sind gute 6 Bft. Graue Wolken hängen im Westen, die sich erfreulicherweise später am Abend komplett verzogen haben. Der Himmel nun fast wolkenlos, und der Wind hat sich ausgepustet. Die Vorhersage für morgen: Grau, vielleicht Regen, Wind bis 3 Bft. aus S-SW. Wir werden sehen, ob es für uns Lindaunis wird.

„the Ritena“ ist bis Kappeln gekommen, sie liegt heute bei Stapelfeldt in Grauhöft.

 

Schleiblicke

Missunder Enge, Badehäuschen, winkender Mann, Skulptur
Missunder Enge, Badehäuschen, winkender Mann, Skulptur

Sonnabend, 25. Juli 2020

Der Regen vom frühen Morgen hat aufgehört. Es ist grau, aber warm. Bis gestern abend hatten wir noch Lindaunis als Ziel angepeilt. Axel bringt Arnis ins Spiel. Da waren wir ewig nicht.

Am Ende des Fahrwassers vom Stadthafen setzen wir die Segel und kommen mit achterlichem Wind recht gut voran. Wir passieren die Stexwiger Enge, wo das Strandleben aus dort ruhenden Kühen besteht. Am Anfang auch auf der Großen Breite noch frischer Wind, der jedoch etwas abnimmt. Wir passieren die Missunder Enge, die Fähre, das Fährhaus und kommen langsam aber stetig voran. Vor uns ein freundlicher Himmel in weiß-blau, hinter uns graue dunkle Wolken, die jedoch gar nichts in sich bergen, weder Wind noch Regen. Lediglich einmal kassieren wir ein paar Tropfen. Gemütlich geht es an Kieholm und Sieseby vorbei. Unsere Geschwindigkeit passt recht gut zur Brückenöffnung in Lindaunis, vor der wir noch ein paar Kreuzschläge zurück machen, um etwas später just in time die Brücke zu passieren. Uns entgegen kommen „Windviper“ und „Margret“, mit Ziel Haithabu, wie wir vermuten und später per whatsapp bestätigt bekommen. Vorm Wind geht es ganz langsam weiter, denn der Wind wird immer schwächer. Trotzdem schaffen wir uns unter Segel noch bis zum Fahrwasser in den Hafen der WSG Arnis, wo wir gegen 17:00 Uhr festmachen. 

Nach Anlegerschluck, Hafengeld bezahlen macht Axel sich daran, das Essen vorzubereiten. Frische Pfifferlinge in Créme fraîche mit Nudeln. Zwischendurch ist die Kuchenbude fast fertig aufgebaut, als uns ein kräftiger Regenschauer zur Eile treibt. Gerade rechtzeitig sind alle Reißverschlüsse dicht und der Regen ist uns jetzt herzlich egal. 

„the Ritena“ hat ordentlich Meilen gemacht und ankert heute Nacht vor Orth auf Fehmarn.

 

Sonntag, 26. Juli 2020

Die ganze Nacht Regen. Am Morgen: Regen. Schwarze Wolken, heftige Schauer lösen kurze sonnige Abschnitte ab. Erst gegen 14 Uhr überwiegt blauer Himmel und der Regen ist vorbei.

Axel hat sich vorgenommen, am Lümmelbeschlag die fehlende Unterlegscheibe einzubauen, eine Aufgabe, die von uns beiden im Sonnenschein erledigt werden konnte.

Gegen halb vier brachen wir zu einem Spaziergang auf, der uns zunächst an den Fähranleger der Seilfähre Arnis brachte und mit einem Stück Stachelbeer- und Rhabarberkuchen in der Schleiperle gekrönt wurde. Weiter ging es am Wasser entlang, zum Strand und ein Stück weiter auf dem kleinen Deich. Auf dem Rückweg bogen wir vom Deich zur Schifferkirche und dem kleinen Friedhof ab. Vor der Kirche eine kleine schwarze Katze, die offenbar zur Kirche gehört, denn an der Kirchentür gab es den Hinweis, auch Katzen gingen gerne in die Kirche, sowie darauf zu achten die Türen zu schließen, damit die kleine Katze nicht eingesperrt würde. Sie ließe sich aber auch hinaustragen, wenn sie nicht freiwillig das Kirchenschiff verlassen möchte, verkündete eine Information an der Kirchentür.

 

An Bord wird es heute Reste von vorgestern und gestern geben, wenngleich das Restaurant „Specht“ direkt hier am Yachthafen zu einem Besuch einlädt. Vielleicht ergibt sich noch die Gelegenheit, denn über den morgigen Tag entscheiden wir gewohnt spontan.

 

Arnis- die kleinste Stadt Deutschlands

Groß und Klein im Wormshöfter Noor
Groß und Klein im Wormshöfter Noor

Montag, 27. Juli 2020 

Wir sind in Arnis. Wir bleiben in Arnis. Die Aktivitäten sind einseitig, d.h. Axel radelt nach Kappeln zum Einkaufen, nach dem Essen dreht er noch eine kleine Runde. Die Wetterprognosen sind erneut nicht verlockend. Bis zum Mittag Regen, der nach einer Pause am Nachmittag am Abend erneut einsetzt. Auch der Wind hat wieder zugelegt. 

 

Dienstag, 28. Juli 2020

Unser Liegeplatz hier ist bis „Ende Juli“ frei. Mit Glück kommen die Liegeplatzinhaber erst nach dem Wind zurück, der heute bläst und morgen noch ein wenig mehr blasen soll und vorhersagegemäß auch am Donnerstag noch nicht aufhört. Mal sehen, wie lange wir es noch mit dem Nichtstun aushalten können, bevor es uns mindestens einen Hafen weiter treibt. Im Moment klappt das noch ganz gut: Wir liegen recht geschützt, das Pfeifen des Windes in den Masten und Wanten der anderen Schiffe hören wir fast nur aus den ungeschützteren Stegreihen zur Schlei hin. Der heutige Tag war ein überwiegend sonniger Tag, die dunkel drohenden Wolken waren überwiegend harmlos und ließen nur zwei Mal kurz Regen ab.

 

Mittwoch, 29. Juli 2020

Immer noch viel Wind, der nicht zum Losfahren einlädt. Leider auch immer noch graue Wolken, wenige sonnige Abschnitte und immer wieder ein Regenschauer. Das sollte nun aber unser letzter Hafentag in Arnis sein.

 

Donnerstag, 30. Juli 2020

Wir wollen im Wormshöfer Noor ankern, nichts treibt uns zur Eile. Um viertel nach zwei legen wir ab, um pünktlich an der Brücke in Kappeln zu sein. Der Wind hat ein wenig nachgelassen, kommt aus West, sodass wir hinter der Brücke mit raumem Wind ganz gut vorankommen. Bei Maasholm biegen wir ab, rollen die Genua ein und suchen bei recht frischem Wind einen Ankerplatz. Der Wind bläst in Böen mit knappen 6 Bft., sodass dies gleich ein Test wird, wie das Ankern bei mehr Wind funktioniert. Der Anker hält, es ist frisch, aber zum Glück lässt der Wind gegen 21 Uhr nach. Wieder einmal wird es eine ruhige Nacht, der Ankeralarm ist aktiviert und lässt uns gut schlafen.

 

Kurs ÆrØ

Marstal bleibt an Backbord
Marstal bleibt an Backbord

Freitag, 31. Juli 2020

Nordwest 3 – 4 sind vorhergesagt. Später norddrehend, abnehmend. Wir wollen nach Ærøskøbing, in der Hoffnung, dass wir dort Axels Schulfreund mit Sohn Kilian treffen, die seit Montagabend dort sind, um wie im letzten Jahr bei unserem 12. Wiedersehen in Folge beim Ærø-Jazzfestival dabei zu sein. 16° sollten wir steuern, als der Wind schon nördlich dreht und wir unser heutiges Ziel in Marstal ändern. Mit den Optionen, dort zu bleiben oder durch das Mørkedyb nach Ærøskøbing zu kommen. Nordwest 3 – 4 passt lange Zeit, der Dreher auf Nord bleibt aus, stattdessen wird es reiner, aber abflauender Westwind. Das hätten wir oben rum weniger mühsam haben können – aber wer weiß, ob bei Skjoldnæs der Wind nicht schon nördlich war? Nun hofften wir, hoch am Wind in die Marstal-Rinne und durch das Mørkedyb zu segeln. Pech, nun war es wieder Nordwest – und wir mussten leider motoren. Kurz vor Drejø bogen wir ab und segelten mit Kurs 220° gemütlich unter Genua bis vor die Zufahrt zum Hafen. Platz gab es ausreichend, sogar an Woidls beliebtem Außensteg. Später am Abend ging es zum Essen in die Røgeri, zu vom Chef wunderbar zubereitetem, gegrillten Fisch.

Zur Feier des Wiedersehens wurde am Abend, vor herrlichem Sonnenuntergang und später unter wolkenlosem Sternenhimmel, ein Gläschen Botucal verkostet, bevor es in die Kojen ging. Woidl und Kilian wollen morgen früh nach Kappeln, wo Kilian aus- und Una und Fabian zusteigen werden. In den nächsten Tagen wollen wir uns in der dänischen Südsee wiedertreffen. Wir profitieren jetzt von den sonst verfallenden Eintrittskarten zum Jazzfestival, die wegen Corona im Gegensatz zu früheren Jahren zur Einhaltung von Abstandsregeln im Vorhinein gebucht werden mussten.

 

Smakkejollen Verdensmersterskab?

Sonnabend, 1. August 2020

Von „Salt“ nehmen wir noch vor 9 Uhr Abschied. Natürlich stehen wir früher als gewohnt auf, um zu winken und Fotos machen. Mit dem Versprechen, uns im Laufe der nächsten zwei Wochen in der dänischen Südsee oder in Kappeln wieder zu treffen, damit wir auch Una „turnusgemäß“ wiedersehen.

Wir freuen uns schon auf die beiden Konzerte in der Gamle Værft am Abend und beginnen, mit Fotoausrüstung bewaffnet, den Tag, um die Regatta der Smakkejollen zu verfolgen. Unser Stegnachbar verkündete vorher, es handele sich um die Weltmeisterschaft der Smakkejollen, was wir ihm natürlich abnahmen.

Bei frischem Südostwind begannen wir unseren Spaziergang mit einem leckeren Eis und einer Runde Schiffe gucken im alten Hafen. Gleich hinter der Gamle Værft lagen die Smakkejollen und warteten auf ihren Regattastart. Im Hafen eine Vielzahl von größeren Motor- und Segelyachten. Bei letzteren fielen die Steuerräder auf, häufig ein größeres oder zwei etwas kleineren Steuerrädern back- und steuerbord. Was die Frage aufwarf, warum eigentlich nicht drei: Noch ein mittleres zum Segeln vorm Wind oder bei Motorfahrt. Platz wäre zwischen den vorhandenen Rädern. Oder ein Steuerrad, dass sich auf einer Schiene im Cockpitboden entweder nach back- oder steuerbord schieben oder eben mittschiffs arretieren ließe. Wir sind gespannt, wann eine derart sinnvolle Innovation eine Umsetzung findet....

Danach ging es vom Hafen Richtung Kirchplatz, vorbei am Gamle Købmand und über die Vestergade zurück. Einen Halt legten wir an der Kunsthal ein und gelangten über enge Treppen in den alten Gebäudeteilen zu den Ausstellungsetagen. Dargeboten: Interessante Exponate, die in einer so kleinen Stadt nicht zu vermuten sind. Der kleine Bronzebär sollte für 36.000 Kronen seinen Besitzer wechseln. (Siehe Fotos)

Vor der Gamle Værft bogen wir Richtung altem Hafen ab und hatten das Auslaufen und den darauf folgenden Regattastart der Smakkejollen perfekt abgepasst. Anspruchsvolles Segeln für diese besonderen Boote, von denen wir speziell die beiden kleinsten ins Herz schlossen. Trotz aller Mühen an der Kreuz absolvierten alle die Regattabahn, deren Ziellinie zwischen zwei Fischerfähnchen direkt vor unserer Nase bzw. unseren Objektiven lag. Mit der großen Kamera mit dem 400er Tele und der kleinen Nikon konnten wir Unmengen von Fotos schießen, von denen die schönsten hier zu finden sind. Wer noch mehr schauen möchte- iCloud Album

 

Vi passer på Hinanden- ÆrØ Jazz Dage

Sonnabend, 1. August 2020

Und noch einmal, was für ein unerwartetes Glück. Karten für zwei Konzerte von Walter und Kilian, weil sie nach Kappeln zurück mussten. Beide Konzerte in der Gamle Værft unter dem Festivalmotto; „Vi passer på hinanden – sit down concerts = Wir passen aufeinander auf und sitzen im Konzert“.

Das Erste: „Baun On Beatles“. Søren Baun (vokal og piano), Andreas Møllerhøj (bas) og Ulrich Brohuus (trommer). Was erwartet man als uninformierter Besucher? Eine Beatles Revival Band? Dem war nicht so. Wir hörten ein Trio: Klavier und Gesang, Bass und Drums. Jazzig interpretierte Songs der Beatles, überwiegend von John Lennon. Drei Musiker, die sich blind verstanden, der Tastenmann gab den Ton an und interpretierte pointiert die Texte aus seinem tiefsten Inneren heraus. Der Bassist zupfte einen groovenden Teppich unter den Gesang, legte hin und wieder ein virtuoses Solo hin und ergänzte sich perfekt mit dem Trommler. Der wiederum intuitiv die Stimmung der Melodien aufgriff und mit äußerst differenziertem Gefühl, nicht nur für laut und leise, den Rhythmus vorgab.

 

Nach einer einstündigen Pause ging es um 20:00 Uhr weiter mit dem Abschlusskonzert der Ærø Jazz Dage: „Oilly Wallace Quartett“. Wiederum vollkommen ahnunglos; was erwartet uns? Auf die Bühne kommt, dem ersten Eindruck nach, eine Schülerband. Auch wenn zwei der Musiker optisch dem Schüleralter gerade eben Ade gesagt haben, legen sie los, als würde Charlie Parker noch leben. Der Bandleader, Oilly Wallace, gerade einmal vierundzwanzigjährig, spielt das Saxophon perfekt wie sein Vorbild Charlie Parker. Seine Band- renommierte dänische Musiker, die sein Spiel perfekt begleiten (Aus dem Programmheft: Tribute 50 year to Charlie Parker, Oilly Wallace (sax), Mathias Petri (bas), Andreas Svendsen (trommer) og Calle Brinkman (klaver).

Der Pianist und der Bassmann, etwas älter und ebenfalls begnadete Musiker, begleiten den jungen Oilly, als wären sie noch persönlich mit Thelonius Monk oder Dizzy Gillespie auf Tour gewesen. Andreas Svendsen, vom Aussehen der Jüngste der Band und gerade eben dem Abitur entronnen, ist immerhin schon 31 Jahre alt. Er ist ebenfalls mit internationalen Referenzen versehen und legte einen Rhythmus unter die Band, dass einem die Ohren schlackerten. Er spielte die Drums nicht nur als Taktgeber, sondern entlockte seinen Fellen und den Becken mit den Besen, seinen Händen oder den Drumsticks ungeahnte melodische Klänge. Nicht nur für uns der krönende Abschluss der Ærø Jazz Dage. Wir wünschen uns nächstes Jahr ein Wiedersehen ohne Coronarestriktionen unter dem Motto: „Vi fejre hinanden“.

 

Æro - Erholung pur

Sonntag, 2. August 2020

Wir bleiben hier und genießen einen entspannten Hafentag. Der recht kühl begann, dann aber sonnig und warm wurde. Also packten wir am frühen Nachmittag unsere Badesachen und zogen zum Strand. 18°, das hatte unser zuverlässiges Bord-Badethermometer angezeigt. Wie immer ein Genuss, in Ærøskøbing, gleich bei den hübschen, bunten Badehäuschen im wunderbar klaren Wasser zu schwimmen. Auch ein kurzes Sonnenbad gönnten wir uns.

Zum Abendessen rundete ein leckeres Möhrenrisotto den Tag ab, dass Axel beim Stöbern im Internet gefunden hatte. Bis halb zwei in der Früh Foto- und Blogbearbeitung.

 

Montag, 3. August 2020

Somit wurden wir nicht sehr früh wach, der Wecker war gar nicht gestellt. Noch einen Tag wollen wir bleiben, es sind noch „Besorgungen“ zu machen. Außerdem liegen wir hier am äußeren Steg sehr schön mit freiem Blick über das Noor in Richtung Strand mit seinen Badehäuschen. Für mich begann der Tag so: Beim Kiosk am Yachthafen waren keine Brötchen mehr da. Ich hörte, wie Kunden vor mir auf den Bäcker im Ort verwiesen wurden. Also drehte ich gleich bei und lief die Vestergade hoch zum Bäcker. Leider montags geschlossen. Schließlich kehrte ich mit einem der letzten Franskbrote vom Netto an Bord zurück.

Mittlerweile leerte sich der Hafen zusehends. Unsere netten Nachbarn aus Hamburg legten ab, sie müssen zum Wochenende wieder zu Hause sein. Später wurde dieser Platz von einer Compromis 999 eingenommen. Die kleine Tochter, vielleicht 4 Jahre, begrüßte uns mit einem fröhlichen „Hallo“, als ich die Vorleinen annahm, und stellte uns gleich sich und ihre Familie vor. Sei kämen aus Gelting, nicht heute, und eigentlich seien sie aus Erding. Und die Frage, ob wir dort schon einmal gewesen seien.

Da wir gerade Richtung Ort aufbrechen wollten, verabschiedete sie uns fröhlich: „Bis gleich!“

Wir begannen den Rundgang und die kleine Einkaufstour mit einem Eis, besorgten ein paar Ansichtskarten, die am Abend geschrieben und verschickt wurden, ein paar Geschenke als Mitbringsel und unser Abendessen von der Røgeri: Aal, Hellefisk, Laks und Sild.

Dazu gab es, schon bewährt: Schwarzbrot und Rührei, sowie ein kleiner Salat. Danach: Wie gestern schon, zum Abend auffrischender Wind mit den entsprechenden Geräuschen. Kühl, zu kühl, um lange draußen zu sitzen. Unter Deck: Blogschreiben und Online-Zeitung-Lesen.

Svendborg - kulinarisch

Der Sundbus Helge
Der Sundbus Helge

Dienstag, 4. August 2020

Marinetraffic hat es verraten: „Freja“ ist in Søby und hat gestern ebenfalls einen Hafentag eingelegt. Nun wollen wir heute nach Svendborg. Kurz darauf die Whatsapp von „Freja“, auch hier könnte es Svendborg werden – oder Troense.

Mit Kurs 21° geht es für uns bei Nordwest Richtung Højestene Løb. Hier dürfen wir noch etwas abfallen und segeln bei 4 Bft. durch das relativ schmale Fahrwasser. Der Wind dreht etwas westlicher, sodass wir ab Rantzausminde genau vorm Wind segeln. Ein Anruf von „Freja“, ob wir das seien, noch vor der Brücke und segelnd? Sie hatten gerade Rantzausminde querab. Und würden uns nach Svendborg folgen. Mit 2 Halsen gelangten wir, nun auf Backbordbug, bis hinter die Brücke zwischen Tåsinge und Fyn. Die Genua hatten wir schon eingerollt. Segel gestrichen, nachdem wir an der Werft vorbei waren, und fest längsseits an einer Hallberg-Rassy aus Cuxhaven. Kurz darauf nahmen wir „Frejas“ Leinen an, die bei uns längsseits ging.

Voll der Hafen, laut, wegen einer Baustelle, aber die Aussicht auf einen Einkauf bei Bendixens Fiskehandel. Hier erstanden wir leckere Rejer und ein Stück Schollenfilet sowie zwei Fischfrikadellen. Im Cockpit von „Windspiel“ wurden bald eifrig die Krabben gepult, in Aioli gestippt, dazu gab es frisches Baguette und Salat.

Zum Glück hörten die Baggerarbeiten zum Abend auf, jedoch würden wir morgen eher nicht hierbleiben.

troense- Kleinod am Svendborgsund

Valdemars Slot
Valdemars Slot

Mittwoch, 5. August 2020

Um halb zehn: Der Frühstückstisch auf „Windspiel“ gedeckt, Axel zurück vom Brötchenholen, da avisierte unser Innenlieger, dass er um 10 Uhr ablegen wolle. Also fassten wir schnell den Beschluss, gleich abzulegen und in Troense zu frühstücken. Der Wind heute kräftig mit 5 – 6 Bft., aber es sind nur knapp 2 Meilen von Svendborg nach Troense, die wir zügig mit mitlaufendem Strom absolvierten. Obwohl die gekochten Eier inzwischen kalt waren, ließen wir uns das Frühstück schmecken.

Später wurden auf beiden Schiffen die Fahrräder ausgestaut und eine kleine Radtour via Valdemar´s Slot angegangen. Ein bisschen bergauf- und bergab auf kleinen asphaltierten Straßen brachten am Ende 10 Kilometer Strecke auf den Tacho. An einem Gemüsestand wurden Erdbeeren, Erbsen und Möhren erstanden, für das Abendessen hat der kleine Købmand regionale Spezialitäten wie Rib-Eye-Steak und Lammfrikadellen im Angebot. Die Krönung: Skarøeis, das berühmte mit dem Birkensaft. Dazu die zuckersüßen Erdbeeren und das gute Gefühl, sich damit für den sportlichen Teil unseres Hafentages zu belohnen.

Im übrigen: Der Sommer hält Einkehr: Eine Hitzewelle scheint heute ihren Anfang zu nehmen. Das Wasser lockt zum Bade....

 

Donnerstag, 6. August 2020

Wenig Wind. Zu wenig, so lautet der Beschluss. Die Aussicht zu verlockend, hier noch einen Tag zu verweilen. Wir liegen einträchtig in unserer Box nebeneinander und nehmen den kurzen Weg von Bord zu Bord. Das Wetter traumhaft, es ist sonnig und heiß, sodass auch heute wieder vom Heck aus gebadet werden kann. Ein herrlicher Blick aus dem Cockpit Richtung Fahrwasser. Sechsmal am Tag kommt Sundbussen„Helge“ vorbei, legt in Troense an auf dem Weg von oder nach Valdemars Slot. Am Nachmittag ein kleiner Einkaufsbummel zum Nachbarschafts- Købmand betrieben von Freiwilligen und zum Gemüsestand an der Straße. Für heute Abend kommen die in der Region erzeugten Lammfrikadellen auf den Tisch, mit frischem Gemüse und Kartoffeln. Zuvor darf natürlich die Schale zuckersüßer Erdbeeren mit dem berühmten Skarøeis nicht fehlen. Morgen Südost, dann soll es nach Lundeborg gehen.

LED- Möwen in Lundeborg

Tagsüber speichern die Schwanzfedern die Sonnenenergie. Nachts beleuchten sie damit den Hafen
Tagsüber speichern die Schwanzfedern die Sonnenenergie. Nachts beleuchten sie damit den Hafen

Freitag, 7. August 2020

Ablegen so gegen 11 Uhr. Wir motoren bis in den Siøsund und setzen dort Segel. Ein langer Schlag bis weit an der Untiefentonne vorbei, denn der Wind kommt entgegen der Windfinder- Vorhersage aus Nordost. Mit zwei Kreuzschlägen bei schwachem Wind geht es an Elsehoved vorbei Richtung Lundeborg. Kurz davor ein Ententeich; der Wind ist gänzlich eingeschlafen. Die Platzsuche mit einer kurzen Hafenrundfahrt endet im Gamle Havn, dem Alten Hafen, wo wir jeder einen Heckpfahl belegen und mit dem Bug zur Kaimauer festmachen. Aufklaren und sofort: Schwitzen. Der leichte Windhauch von vorn bringt keine Abkühlung, diese folgt erst nach einem Bad an einem Strand, der direkt vor dem Campingplatz gelegen und außerordentlich gut besucht ist.

Die Kombüse bleibt heute kalt: Wir kehren ein in Jensen´s Fisk og Vinhandel, essen jeder Stegt Torsk mit Pommes og Salat, spazieren danach am Hafen entlang und genießen die Abkühlung, die der Abend bringt.

Morgen geht es retour in den Svendborg-Sund.

 

Sonnabend, 8. August 2020

Wenig Wind. Aber wir wollen auf jeden Fall los. Sollten wir die ganze Zeit motoren müssen, wäre Thurø unser heutiges Ziel.

Einen kurzen Segelversuch brechen wir ab, da es vor dem kaum vorhandenen Nordostwind nicht voran geht. Also Maschine wieder an. Es ist sehr heiß, beim Segeln Schwitzen und kein Schatten, zumindest nicht an der Pinne sitzend. Lediglich das Groß spendet ein wenig Schatten und außerhalb des Cockpits ist ein wenig Fahrtwind spürbar.

Kurz vor der Untiefentonne Thurø Rev und dem Abbiegen Richtung Svendborgsund nehmen wir das Groß weg und motoren weiter bis zur Untiefentonne hinter Kidholm. Wiederum nach Steuerbord abbiegen Richtung Thurø-Bund und den Yachthafen Gambøt. Das heutige Abendessen hatten wir uns am Morgen gesichert, indem die beiden Jungs Räucherfisch gebunkert hatten. Dazu wird Karin uns am Abend ihre unvergleichlich leckeren Bratkartoffeln machen. Zuvor natürlich auch hier: Ankommen, Schwitzen, Baden gehen. 

Sommer auf Avernakø

Das dazugehörige Anwesen am Svendborgsund passte nicht aufs Bild ;-)
Das dazugehörige Anwesen am Svendborgsund passte nicht aufs Bild ;-)

Sonntag, 9. August 2020

Ablegen Thurø um halb elf. Motoren bis Svendborg bei Nordost. Dort Segel setzen und bei schwachem Wind unter der Brücke hindurch. Achterlicher Wind, der uns nur langsam voranbringt. Als wir den Kurs von 255° auf 275° ändern können, wird der nun halb bis leicht achterlich einfallende Wind immer schwächer. Auf Höhe Korshavn dreht er, weiter schwach, plötzlich auf West, dann Südwest und schläft fast völlig ein. Auf „Freja“ wird die Genua eingerollt und die Maschine gestartet, desgleichen auf „Windspiel“. Den Rest motoren wir und finden auf unserem heutigen Ziel, der Insel Avernakø, die letzten beiden Plätze in Boxen am gleichen Steg. Später sind fast alle kleinen Motorboote und das eine oder andere Segelboot gen Faaborg verschwunden, das Wochenende ist vorbei, und es gibt noch ein paar Plätze für Spätankommer. Selbstverständlich auch heute wieder: Schwitzen und die erfrischende Abkühlung der immer wärmer werdenden Ostsee. Die Wassertemperatur dürfte nach 18° die letzten Tage schon bei mindestens 20° liegen! 

Die Kombüse auf „Windspiel“ hielt heute Spaghetti mit Tomatensauce bereit. Ein Indiz, dass die Vorräte im Kühlschrank bald wieder aufgefüllt werden müssen. Dafür bietet sich morgen die kurze Umfuhr nach Faaborg an, zumal, wenn der Wind tatsächlich so flau ist wie vorhergesagt.

 

Montag, 10. August 2020

Die Überlegung, ob „Freja“ heute schon Richtung Flensburger Förde startet oder wir gemeinsam zum Vorrätebunkern und dem Besuch im Marineshoppen in Faaborg fahren, kam zur Steuermannsbesprechung beim gemeinsamen Frühstück auf den Tisch. Die Möglichkeit einer Variante, gemeinsam noch einen Tag auf Avernakø zu bleiben, war uns gar nicht gekommen.

Hier auf der Insel kann der Hitze mit einem Bad am ehesten abgeholfen werden. Eine Radtour zur Bucht am anderen Ende verlockte bei der Hitze nicht. Ebenso wenig, die Fahrräder schweißtreibend auszustauen um zum Købmand zu radeln. Stattdessen wurde es ein Fußmarsch, erst zu Ziegen-Gitte zum Kauf von Ziegenkoteletts, dann dem Einkauf des Notwendigsten und Beilagen zu unserem heutigen „Angrillen“. Zurück an Bord waren wir froh, uns ein wenig ausruhen zu können, bevor wir uns zur Erfrischung in die Fluten stürzten. Zum Aperitif setzten wir uns in den rustikalen Hafenkiosk zu einem frisch gezapften „Fuglsang Classic“, danach ging es zum Grillen bei mittlerweile frischem Wind. Bevor es zum Digestif an Bord von „Freja“ ging, schauten Sven und Nicola von „Anijoso“, einer Albin Express vorbei, denen am Morgen Fotos mit ihrem neuen Code Zero versprochen worden waren, die Axel vor vier Jahren auf der Elbe geschossen hatte. 

Morgen werden sich „Frejas“ und „Windspiels“ Kurse trennen, denn wir wollen morgen wirklich nach Faaborg – und „Freja“ via Hørup Hav in die Flensburger Förde.

det Hvide Pakhus

Det Hvide Pakhus in Faaborg- unser kulinarisches Highlight
Det Hvide Pakhus in Faaborg- unser kulinarisches Highlight

Dienstag, 11. August 2020

Abschiedsfrühstück auf „Windspiel“. Um 10:51 Uhr legt „Freja“ ab, setzt hinter der grünen Tonne die Segel, begleitet vom 80-400er Teleobjektiv von Axels Nikon D300.

Per Whatsapp die Meldung: Ankunft um 14:51 Uhr in Hørup Hav nach wunderschönem Segeln.

Wir sind gegen 12 Uhr auch so weit, und segeln nur mit Genua, aber immerhin mit bis zu 5 Knoten schnell, Richtung Faaborg. 

Für den Weg zum Brugsen steht uns nicht der Sinn, der Gang zum Marineshoppen jedoch ist „ein Muss“. Tatsächlich tätigen wir erfolgreich einige Einkäufe mit einem netten Rabatt. Sogar zum Wäsche waschen kommen wir noch, auch wenn die Waschmaschine am Ende des Waschgangs sich nicht öffnen lassen wollte und wir trotz aller vergeblicher Tricks am Ende nicht ohne die Abbuchung eines nicht erfolgten Waschgangs die Türentriegelung überlisten mussten.

Für unser Abendessen fanden wir im Hvide Pakhus einen Platz auf der Terrasse, nachdem wir ein wenig warten mussten, um „geseated“ zu werden. Bisher das kulinarische Highlight unserer Reise.

 

Mittwoch, 12. August 2020

Nein, wir bleiben heute nicht hier. Axel radelt vor der ersten Hitze zum Einkaufen in die Stadt. Nach dem Ablegen geht es zunächst unter Maschine bis zur ersten roten Tonne. Nur mit Groß segeln wir aus den Flachs heraus, bis wir in freiem Wasser die Genua dazu nehmen. Der Wind frisch, mit 5 Bft., aus Ost. Damit ist die Entscheidung gefallen, nicht oben herum in die Dyvig, sondern an Skjoldnæs vorbei mit halbem Wind Richtung Kegnæs zu segeln. Das geht flott voran. Bei Pøls Rev kommt der Wind nun aus Südost, nimmt allerdings kurzzeitig etwas ab, sodass wir von den Wellen mit kaum Fahrt hin- und hergeschaukelt werden. Zum Glück aber ist der Wind schnell wieder zurück, wieder bei 5 Bft. Nun geht es wieder zügig voran. Westlich von Kegnæs entscheiden wir uns statt für eine Halse für eine Kuhwende und kommen nun auf dem anderen Bug gut in Richtung Hørup Hav. Nach kurzer Orientierung beschließen wir, zu ankern. Gegen 15 Uhr fällt auf 5 m Wassertiefe der Anker. Der frische Wind verhindert, dass wir im Cockpit das Schwitzen anfangen, am Abend lässt er nach und gönnt uns eine weitere ruhige Nacht vor Anker.

Fotos en passant- und den Fotografierten eine Freude gemacht

Was inzwischen geschah

Die Klappbrücke in Kappeln bei Nacht. Foto: Kai Z. vom Hotel Pierspeicher aus fotografiert
Die Klappbrücke in Kappeln bei Nacht. Foto: Kai Z. vom Hotel Pierspeicher aus fotografiert

Donnerstag, 13. August 2020

Am nächsten Vormittag kurze Umfuhr in den Hafen Hørup Hav. Hier können wir unsere Vorräte ergänzen und einen schönen Tag genießen. Einen Rundgang durch den Hafen machen zum Schiffe gucken und später Ohrenzeuge werden eines Disputs auf unserem Nachbarboot: Junge Leute, die zu viert auf einer Dehler unterwegs sind. Der junge Skipper wäscht das Deck und erteilt seiner auf dem Vorschiff stehenden Freundin widersprüchliche Aufgaben. Zu ihrem Unmut trägt bei, dass er obendrein ihre Füße nass spritzt. Deren auf der Seite zu unserem Boot angebrachte Sonnenpersenning verhindert, dass wir sie und sie uns sehen, und sie nicht merken, dass wir alles haarklein mitbekommen. Wir schütteln den Kopf über ihre nicht endenwollenden Beschwerden, die in der Einschätzung münden, er sei mal wieder "im Arschlochmodus“. Wir schmunzeln und freuen uns, dass wir an Bord solcherlei Launen nicht kennen.

Abends scheint wieder alles im Lot, als wir im Cockpit unsere Salate verspeisen, die wir uns schon fertig zubereitet aus dem Supermarkt mitgebracht haben. Da das gute, heiße Wetter anhält hatten wir keine Lust, uns selbst etwas zu kochen oder zuzubereiten.

 

Freitag, 14. August 2020

Wenig Wind, so die Vorhersage, Ost die Richtung. Zum Glück für das Frühstück wieder einmal warme Leberpastete. Nach dem Aufklaren wollen wir Richtung Schlei zum Ankern.

Langsam und vor dem Wind geht es dicht an der Nordwestspitze von Kegnæs vorbei. Leider weht hier kein Ostwind, obwohl er für das ganze Gebiet vorhergesagt ist. Stattdessen Südost, der kurzzeitig auffrischt, als wir einen langen Kreuzschlag Richtung Kalkgrund machen. Zwei Schiffe, eine Regatta, „Gloria“ aus Bremerhaven, knapp vor uns, machte uns ordentlich zu schaffen. Wir wendeten früher und waren nach dem nächsten Kreuzschlag etwas vor ihnen, aber was war das? Eine Maxi 999, die wir bei Kegnæs spielend hinter uns gelassen hatten, war plötzlich auf gleicher Höhe unterwegs!

 

Axel freute sich zwischendurch, die aus dem Film "Das Rätsel der Sandbank" allseits bekannte "Dulcibella" vor die Linse zu bekommen.

 

Kurz darauf war Falshöft in Sicht und es war mit dem Segeln vorbei. Der Wind war weg, auf Maxi 999 und „Gloria“ wurde die Genua eingerollt und die Maschine gestartet. Wir machten noch etwa 20 Minuten lang keine bis zu 1,5 Knoten Fahrt durchs Wasser, bis auch wir aufgaben. Unangenehmes Vorankommen unter Motor bei Welle und noch stehendem Groß. Als die Windanzeige 2,5 m/s anzeigt, versuchen wir es noch einmal mit Segeln. Aber die Logge verlässt die Angabe 0,0 kn nur selten. Also auch das Großsegel einpacken, womit die Motorfahrt zumindest etwas angenehmer wird. An diesem Tag mit wenig bis zu keinem Wind und viel Hitze erreichen wir etwas genervt Schleimünde. Statt im Wormshöfter Noor fällt unser Anker heute im Olpenitzer Noor, gegenüber von Maasholm. Am Abend liegen hier gut 20 Boote vor Anker, das Wormshöfter Noor ist sogar in der Zufahrt voller Ankerlieger. Bei diesem beständigen ruhigen Wetter wohl die beste Art zu übernachten.

 

Sonnabend, 15. August 2020

Entsprechend also die nächste ruhige Ankernacht. Axel ist um kurz nach vier im Cockpit, mit Fotoapparat(en) bewaffnet, um neben den vielen Sonnenuntergängen nun auch einmal einen Sonnenaufgang zu fotografieren. Dafür gibt es wohl kaum einen schöneren Blick: Über der Baumgruppe und Schleimünde „klettert“ der rote Sonnenball in den Himmel.

Als die ersten schon ankerauf sind und andere zum Baden ihren Anker fallen lassen, sind auch wir so weit, um Richtung Kappeln zu fahren. Was wir gegen Mittag auch machen, allerdings mit keinem guten Gefühl: Ein Anruf, meine Mutter sei im Krankenhaus, weil am Morgen nicht ansprechbar gewesen...

Als wir in Kappeln ankamen, war ein Mietwagen bei Ford Hansen schon bestellt.

Mehrere Telefonate mit Krankenhaus und Pflegeheim beruhigten uns, die Fahrt nach Hamburg unternahmen wir am nächsten Tag, am Sonntag. 

 

Sonntag, 16. August bis Mittwoch, 19. August 2020

Schon ein Unterschied, ob 32° in Hamburg, oder 28° an der Ostsee. Die Wohnung bekommen wir erst am Dienstag in einen erträglichen Zustand, als es draußen auf 24° abkühlt und auch etwas regnet. Der Mama geht es etwas besser, sodass wir beschließen, wie geplant am Mittwoch nach Kappeln zurückzukehren. Axel erledigt  seinen umfangreichen Postverkehr und beginnt, sein Büro in der Laeiszstraße auf- und auszuräumen. Mittwochvormittag noch ein schneller Geburtstagsgruß an die Freundin Heike, dann geht es mit dem Ford zurück an Bord. Heike schreibt, Kollege Kai und Anke seien auch in Kappeln, (die beiden hatten wir seit unserer Schiffstaufe 2016 nicht mehr gesehen) würden aber am Donnerstag ihren Kurzurlaub dort schon wieder beenden.

 

Donnerstag, 20. August 2020

Unsichere Wettervorhersagen für die nächsten Tage lassen uns die Entscheidung treffen noch hier zu bleiben. Um die Hafentage nicht lang werden zu lassen radeln wir nach Kappeln, um noch ein paar Bücher zu kaufen. Die Fahrräder werden am Hafen angeschlossen, die Buchvorräte aufgefrischt, fast ein Panamahut für Axel gekauft, ein Würstchen gegessen und ein Rundgang durch das Kaufhaus Stolze angetreten. Zurück peilen wir die Lage bei Föh, um vielleicht noch etwas Fisch zu besorgen, allerdings haben wir beide nicht so recht Appetit auf irgendetwas. Den Berg hoch und uns entgegen kommt ein Auto mit Hamburger Kennzeichen, für mich immer einen Blick wert, Autokennzeichen allgemein und aus welchen Gegenden Deutschlands die Autos kommen. Im „Cameo“ am Hafen finden wir Platz in einem Strandkorb und gönnen uns einen Cappuccino und Axel ein Alsterwasser. Auch hier kommen Autos aus allen Gegenden Deutschlands vorbei. Im übrigen lässt sich auch über das Äußere von Menschen manchmal auf die Herkunft schließen: Ein gezwirbelter Bart in „Horst-Lichter-Manier“ weist häufig auf jemanden aus Nordrhein-Westfalen hin... und bestätigt sich durch die unverkennbare Mundart.

Zurück an Bord und noch immer keine Idee was wir essen könnten, meldet sich mein Handy mit unbekannter Nummer: „Hier spricht dein ehemaliger Kollege...“. „Hallo Kai!“ 

Die Relaisstation Heike hat es möglich gemacht. Das Fahrzeug aus Hamburg, dass bei Föh an uns vorbeifuhr, war das Auto von Kai und Anke. Die beiden waren gerade unterwegs zum Essen nach Maasholm, und meinten, uns erkannt zu haben. Aber, es war ein Tisch reserviert. So wollten sie später unser ihnen bekanntes Boot am Hafen von Kappeln erspähen. Als sie uns dort nicht sahen, versuchten sie es vergebens über meine alte Firmen-Handynummer. Dem Empfänger war ich unbekannt. Sie riefen Heike an, um hoffentlich eine aktuelle Handynummer in  Erfahrung zu bringen.

Spontan verabredeten wir uns auf ein Wiedersehen beim Bier. Dank unserer Fahrräder waren wir schnell wieder in Kappeln und setzten uns zum Klönen gemütlich in die kleine Kneipe „Palette“. Heike wurde umgehend informiert, dass unser Treffen noch geklappt hat. 

Später zeigten sie uns ihre Unterkunft in einem Appartement im Pierspeicher am Hafen, mit wunderschönem Blick Richtung Schlei und Klappbrücke. Fazit des Abends: Auf jeden Fall sollten nicht wieder vier Jahre verstreichen bis zu einem nächsten Treffen.

La(z)y days

Gegen Wind (guten 6 Bft) und Strom an einer der engsten Stellen der Schlei aufgekreuzt
Gegen Wind (guten 6 Bft) und Strom an einer der engsten Stellen der Schlei aufgekreuzt

Freitag, 21. August 2020

Seit Tagen warnen die Wetter-Apps vor Gewitter. Heute ist es soweit. Am Abend beginnt es zu blitzen und zu donnern, aber das Wetter scheint im Bogen um uns herumzuziehen. Erst als wir in der Koje liegen, pladdert der Regen aufs Deck. Der Spuk ist aber schnell wieder vorbei. Tagsüber erfreute uns Sonnenschein, der uns am Nachmittag per Fahrrad Richtung Kappeln lockte. Für einen Aperitif kehrten wir im „Tauwerk“ ein, dem Restaurant des ASC, des Arnisser Segel-Clubs in Kappeln. Ein Wirt mit Humor und Erfahrung mit Kindern- siehe die Speisekarte bei den Fotos.

Eine kurze Umfuhr zum Einkaufen, Hühnerfrikassee  von Frosta kam als Fertiggericht  am Abend auf den Tisch. Ein Yüann-Tonic rundete den Abend ab.

 

Sonnabend, 22. August 2020

Die Wettervorhersage der letzten Tage prognostizierte den heutigen Sonnabend als den windstärksten. Deshalb konnten wir wieder einmal ausschlafen und erst gegen 10 Uhr die bestellten Brötchen aus dem kleinen Blockhäuschen abholen. Wind noch Fehlanzeige. Aber es briste merklich auf, noch bevor der Frühstückstisch ganz gedeckt war. Am frühen Nachmittag bestiegen wir unsere Fahrräder und radelten gegen den kräftigen Wind nach Arnis. Einkehr in der Schleiperle zu Kaffee und Kuchen, eingenommen in der ersten Reihe und bei schönstem Sonnenschein. Auf der Schlei sausten die Boote vorm Wind nur mit Genua vorbei, nur eine Dehler 41 DS kreuzte mit 2. Reff tapfer gegen Strömung und Welle. Alle anderen motorten. Bevor wir unseren Rückweg antraten, fuhren wir noch an der Kirche vorbei um zu schauen, ob die kleine schwarze (Kirchen-)Katze wieder in der Sonne sitzt. Aber heute war sie nicht auffindbar. Zurück mit Rückenwind und kleiner Pause am Museumsbahnhof in Kappeln, wo die alte Dampflokomotive gerade pfiff und fauchte und in die Halle gefahren wurde. Erneut kurze Umfuhr zum Einkaufen: Heutiger Speisezettel: Frikadellen, dazu Kartoffeln und Gemüse, bestehend aus Rübchen, Möhren, Bohnen, Kohlrabi und frischer Petersilie. Später wird unser kleiner PicoPix-Max (Beamer) getestet, um morgen das Endspiel der Champions League PSG vs. Bayern München im „Bordkino“ zu schauen. Der Wind ließ zum Abend nach. Er hatte am Nachmittag seinen Höhepunkt: mit Böen bis zu 8 Bft. 

 

Sonntag, 23. August 2020

Trübes Wetter- wir haben so gut wie gar nichts gemacht, außer Duschen, Lesen, Essen und Rumdödeln. Abends erfolgreich den PicoPix-Max aktiviert, eine unlimited Dayflat auf dem Handy freigeschaltet und uns über den 1 : 0 Sieg von Bayern gegen PSG gefreut.

 

ohne eile

Blick über die Kieler Außenförde und die Strander Bucht
Blick über die Kieler Außenförde und die Strander Bucht

Montag, 24. August 2020

Es geht weiter :-) mit der aktuellen Wetterprognose, keinen Wind auf der Ostsee zu haben. Unverdrossen packt Chrissie die Segel aus, und wir motoren Richtung Schleimünde. Die ersten Boote segeln bereits sinnig Richtung Leuchtturm und wir setzen die Segel kurz hinter dem Leuchtturm. Ein leichter Westwind setzt ein, der auf Höhe Damp bereits 3 Bft. erreicht und vor der Eckernförder Bucht auf 4 Bft zunimmt. Trübes Wetter, aber herrliches Segeln. Ab Bülk wird es nass von oben. Wir waren aber schon vorsorglich in Ölzeug verpackt, auch wegen der deutlich niedrigeren Temperaturen. Ein Kreuzschlag bringt uns vor die Hafeneinfahrt von Strande. Der präferierte Steg 7 ist leider besetzt. Die Tankstelle passierend werden wir von einem älteren Ehepaar auf unser schönes Schiff angesprochen. Wir freuen uns und erwähnen, dass wir auf der Suche nach einem Liegeplatz seien. „Platz 511 ist frei, unsere Kinder haben ihn gerade freigemacht,“ lautet die prompte und erfreuliche Antwort. In die Boxengasse abgebogen und festgemacht. Das freut die Crew. Die Windfinder- App interpretieren wir so, dass wir zwei Hafentage machen sollten. Morgen, am Dienstag, wegen schönem Wetter und am Mittwoch soll es stürmen und regnen. Außerdem zieht uns noch nichts Richtung Hamburg. Die Formalien für die Mamas und Axels Pension, seine Krankenkasse usw. hatten wir in der letzten Woche zum Glück bereits zu Hause erledigen können.

Der Landgang führt uns schnurstracks zu „Alexy“ für ein spätes Mittag- bzw. frühes Abendessen. Und wieder einmal scheint in Strande die Sonne für uns. Die Bedienung ist ausnehmend freundlich, das Essen – Pellkartoffeln mit Hausfrauensauce und Matjes und Spiegeleier mit Bratkartoffeln – schmeckt. Hafengeld für drei Tage im Voraus bezahlt und mit Freuden festgestellt, dass die Sanitäranlagen komplett erneuert wurden. Einzig die fehlenden Haken auf den Toiletten wurden nicht nur von uns als Manko bemängelt ;-)

 

Dienstag 25. August 2020

Chrissie holt recht zeitig schon die Brötchen, denn wenn wir die Räder auspacken wollen, dann möglichst früh, weil nachmittags Regen einsetzen soll. Bloß- wo fahren wir hin? Chrissie schlägt spontan den Friedrichsorter Leuchtturm vor, den hätten wir noch nie von der Landseite aus gesehen. Das Studium von Karten und Tourenvorschlägen im Internet ist nicht sehr aussagekräftig, aber laut Karte müsste ein Weg an der Küste entlang zu finden sein. Einzig ein Stück Promenade östlich vom Hafen Schilksee ist Schiebestrecke. Der Rest führt im leichten Auf und Ab die Küste auf mehr oder weniger befestigten Wegen entlang. Die Sonne lacht vom Himmel und die Panoramablicke auf die Außenförde sind ein optischer Genuss.

Das letzte Stück radeln wir auf dem Deich bis zu einer Bank mit Blick auf den Friedrichsorter Leuchtturm. Dort ruhen wir ein wenig aus und sind mit der nächsten Entscheidung konfrontiert: „Wo könnten wir einkehren?“ Das Lokal an Steuerbord wurde ob seiner schieren Größe und der vielen Sonnensegel verworfen. Die beiden Lokale auf dem Rückweg hatten keinen Fördeblick. Also zurück nach Strande zu „Brunos“. Ein Platz in der ersten Reihe, eine Bluna Orange, ein Kieler Bier „Lille“ und ein kleiner Tapasteller für beide sorgten für tiefe Zufriedenheit und Flüssigkeitsausgleich.

Leckere Fischbrötchen vom Imbiss vervollständigten die heutige Nahrungsaufnahme am späteren Abend. Allerdings bei leichtem Regen unter der Kuchenbude.

Aus irgendeinem unerfindlichen Grunde ist die unlimited Dayflat vom Champions League Finale noch aktiv, und wir konnten sogar noch „Die Kanzlei“ auf dem Laptop gucken. Hoffentlich merkt der Provider nichts, denn das „LAN1- Strande“ ist zwar auf allen Geräten sichtbar, will sich aber partout nicht mit ihnen verbinden.

 

NOK

Leuchtturm Holtenau
Leuchtturm Holtenau

Donnerstag, 27. August 2020

Verlässlich, der Wetterbericht. Es ist trocken, die Sonne lässt sich blicken, und die Einkäufe sind erledigt. Kuchenbude und Vorsegelpersenning können trocken weggestaut werden, wir legen ab und begnügen uns bei frischem Wind mit der Genua. Vor dem Wind aus der Strander Bucht mit 4 – 5 Knoten, halbwinds an Friedrichsort vorbei mit 5 ½ Knoten und Richtung Schleuse laufen wir fast 7 Knoten. Der Autotransporter „Elbe Highway“ läuft vor uns in die Schleuse ein und wir dürfen gleich darauf folgen. Mit vorheriger, freundlicher Ankündigung des Schleusenpersonals über Funk, dass wir drei Segler an Steuerbord festmachen sollen. Vor „Elbe Highway“ laufen wir kurz darauf aus der Schleuse aus und beginnen Teil 1 der Kanalfahrt. Noch vor 16 Uhr erreichen wir den wenig gefüllten Hafen in Rendsburg beim RVR.

Da Axel heute morgen einkaufen war, ist für das Abendessen alles vorhanden: Lammbratwürstchen, Rahmsauerkraut mit Äpfeln und Kartoffelstampf. Morgen bleiben wir hier. Wir haben immer noch keine Eile. Vor allem kaufen wir morgen ein, damit für Axels „Kanalgulasch“ alles an Bord ist.

 

Freitag, 28. August 2020

Alles eingekauft. Schön fauler Tag. Knobeln immer noch an meinem Zeit-Rätsel, allerdings ohne Erfolg. Die gesuchte, in einem Wort zu ergänzende Pflanze ist jetzt über die Möglichkeit „Holunder“, „Flieder“ zu „Liguster“ geworden – ohne dass sich ein vernünftiges Wort bilden lässt. Sind ja noch ein paar Tage bis zum Einsendeschluss...

 

Sonnabend, 29. August 2020

Wie gehabt, wenn es weitergeht, gibt es das Frühstück irgendwann nach dem Ablegen; heute mal im Kanal nach dem Passieren der Eisenbahnhochbrücke. Heute wollen wir nur bis zur Gieselauschleuse – und dort noch das schöne Wetter für eine Fahrradausfahrt mit Fährtransport hin und her am Kanal nutzen. Gegen den Wind nach Fischerhütte, Übersetzen mit der Fähre, Einkehr mit Pommes und Bier und retour auf der anderen Kanalseite. Erneute Einkehr in Oldenbüttel, wo wir Zeuge werden durften, wie der Fährschipper zur Freude der Kinder und der juchzenden Mütter an Bord vorm Anlegen einen spontanen Vollkreis drehte. Also kein Operettenkapitän, sondern ein Pirouettenkapitän. Später, mit uns an Bord ging es jedoch nur geradeaus. Inzwischen ordentlich Schiffsverkehr auf dem Kanal. Später hörten wir, dass am frühen Morgen Frachter „Else“ in Holtenau in ein Schleusentor gekracht ist. Nun gesellt sich dieses Tor zu dem bereits in Reparatur befindlichen, das erstaunlicherweise während der letzten 2 1/2 Jahre noch nicht repariert werden konnte. 

Nachdem die Fahrräder wieder verstaut waren, wurde umgehend mit der Zubereitung des Kanalgulaschs begonnen. Das wird sicher für 3 Tage reichen.

 

Sonntag, 30. August 2020

Ohne Wecker und erstmalig seit langer Zeit erst deutlich nach 9 Uhr aufgewacht und aufgestanden. Frühstück im Kanal: Spiegeleier, den Rest vom Hähnchen, Baguette und Kaffee waren der heutige Speiseplan. Der längste unserer dreigeteilten Kanalfahrt: 40 Kilometer. Aber es ging bei herrlichem Sonnenschein und kaum Wind schnell voran, sodass wir schon vor 15 Uhr in Brunsbüttel festmachten. Überraschend trafen wir Jörn-Dirk und Baffy, die aufgrund der gesundheitlichen Situation per Auto einen Abstecher via Glückstadt und Borsfleth nach Brunsbüttel gemacht haben. Auf einer Bank direkt hinter dem Bootssteg saßen wir eine ganze Weile klönend beieinander.

 

die elbe hat uns wieder

Störsperrwerk, ankommen, nur ganz kurz aufstoppen und passieren :-)
Störsperrwerk, ankommen, nur ganz kurz aufstoppen und passieren :-)

Montag, 31. August 2020

Eine unruhige Nacht im Schleusenhafen durch die Propellergeräusche der vielen ein- und auslaufenden Schiffe in die Schleuse oder aus ihr heraus. Der Himmel zeigte sich zunächst grau, doch während Einkauf und Frühstück öffnete sich die Wolkendecke zusehends. Auf UKW hörten wir, dass eine Schleusung für etwa 11:30 Uhr geplant sei. Ein wenig dauerte es, bis der kleine Kümo „Delfin“ eingelaufen war, und die Sportboote kurz vor 12 folgen konnten. Möglichst groß und klein mit Längsseitsgehen, dann würden alle mitkommen können. Die letzten beiden mussten schwer mit dem Schraubenwasser des Containerschiffes kämpfen, bevor sie festmachen konnten. Wir hatten „Espadarte Novo“ eine First 27,7 auf unserer Seite, vor uns „Arca“ ein 55-Fuß Lütje-Werft-Bau. 

Auf der Elbe reichte der wenige Wind aus Nord sogar, um die Segel auszupacken. Erst als diese nur noch im Dampferschwell hin und her schlugen und wir ordentlich durchgeschüttelt wurden, nahmen wir den Motor zum Ankommen. Borsfleth war das Ziel, da wir immer noch keine Eile haben. Vorm Sperrwerk kein Warten: Die Brücke ging sofort auf. Im Hafen bei unserer Ankunft Hochwasser mit 1 m Wasser unterm Kiel, auch gleich vorne am Schlengel, wo wir anlegten. Nach dem Aufklaren stauten wir die Fahrräder aus. Eine Tour nach Glückstadt, zum Kaffeetrinken und Kuchen essen im Glückswerk. Retour geht es am Binnenhafen vorbei und hinter dem Deich wieder zurück ins Störloch. 

Im Verlauf des Abends vier Stunden vor Niedrigwasser legt sich "Windspiel" nach und nach in ihr Schlickbett.

Morgen bleiben wir hier, immer noch gilt: Wir haben keine Eile.

 

Borsfleth - Stade - Wedel

Zu unserer beider Rentenbeginn hängt der Himmel voller Sonnenschirme
Zu unserer beider Rentenbeginn hängt der Himmel voller Sonnenschirme

Dienstag, 1. September 2020

Erneut steigen wir aufs Fahrrad, radeln nach Glückstadt und landen auf einer Bank vorn am Hafen. Im Café Nettchen am Binnenhafen ist heute geöffnet. Wir genießen eine erfrischende Limo und lassen uns von der Sonne bescheinen. Auf dem Rückweg fahren wir einen kleinen Umweg zum Fähranleger, dort erneute Pause, ein Platz im Schatten und noch eine Orangenlimonade. Im Hofladen Busch in Borsfleth werden Vorräte ergänzt, Tomaten, ein Blumenkohl, Sauerfleisch, Kartoffeln und Frischkäse. Heute kein Gulasch, stattdessen Tomatenbrot. 

 

Mittwoch, 2. September 2020

Herrliches Wetter! Frühstück im Cockpit! Danach machen wir alles fertig und warten auf das Wasser. Niedrigwasser ist um kurz nach elf, um halb zwei haben wir genug Wasser unterm Kiel. Wieder macht die Brücke prompt auf. Die Windrichtung wie gestern, Nord. Allerdings nur ein Hauch. Wir nehmen die Segel hoch und kommen eher dank der Tide als der Windkraft voran. Lediglich von Zeit zu Zeit geht der Wind auf 3 m/s hoch. Trotzdem bleibt die Maschine die ganze Zeit aus. Unser heutiges Ziel ist noch immer nicht Wedel, sondern Stade. Kurz vor der Schwingemündung nehmen wir die Segel weg und motoren Richtung Brücke. Heute ist sogar die Eisenbahnbrücke geschlossen und ein Güterzug dröhnt darüber hinweg, bevor sie sich langsam wieder öffnet. Die nahe Straßenbrücke ging schnell auf, sodass wir pünktlich zum Hochwasser um 17:30 Uhr neben „Tumlaren“ längsseits gingen. Darauf Axels ehemaliger Kollege Rolf uns seine Frau Ina, die wir zu Wasser lange nicht getroffen haben – für sie war „Windspiel“ noch ein unbekanntes Schiff...

Nach unserem Abendessen in der Scheune saßen wir gemütlich bei den beiden an Bord.

 

Donnerstag, 3. September 2020

Morgens heiter bis wolkig, als ich gegen neun zum Bäcker starte. Während wir wie schon in Borsfleth aufs Wasser warteten, bezog es sich zusehends, der Wind nahm etwas zu und war kühl. Mit Regen musste gegen 17 Uhr gerechnet werden. Ein Update des Wetterberichts brachte Ernüchterung, weil schon gegen 12 Uhr der Regen einsetzen soll. Genug Wasser gab es um kurz nach 14 Uhr. Auf dem Weg schwingeabwärts mal wieder der Güterzug – war es der von gestern, der zurückfuhr? Auf der Elbe frischer Wind aus Süd, Segel hoch, und prompt der „versprochene“ Regen. Ein paar kräftige Böen zu Anfang, dann ging es auf der grünen Seite dicht unter Land einigermaßen ruhig Richtung Wedel. Gut abgepasst eine kleine Windpause, um die Genua einzurollen, dann nur unter Groß bis vor die Hafeneinfahrt. Wie immer musste ich Axel den richtigen „Gang“ zeigen, verbunden mit dem Hinweis, dass unsere Nachbarn da seien, wir also bei Südwind und bei auflaufendem Wasser beim Anlegen nicht nach backbord vertreiben können. Zur Sicherheit mache ich eine Vorleine und Spring klar, da unsere Landleinen ordentlich aufgeschossen nicht schnell gegriffen werden können. Aber was für ein Mist: Da liegt ein kleines Motorboot auf unserem Platz. Dann eben daneben, mit dem Ausleger links statt rechts – bei der Windrichtung eh die bessere Seite. Aber nun muss ich alles umbauen, die Leinen von rechts nach links und die Fender an Backbord heraushängen, die wir nicht brauchen, wenn wir neben „Julienne“ anlegen. Nach dem Anlegen hat es sich richtig eingeregnet, Axel glaubte an den Regen um fünf und hatte davon abgesehen, seine Ölhose anzuziehen. Da war ich deutlich schlauer, in kompletten Ölzeug und Regenstiefeln... Schnell ist die Kuchenbude gebaut (dann erst die nasse Hose gewechselt). Die nassen Klamotten und Schwimmwesten werden zum Trocknen aufgehängt, unterstützend bläst der Heizlüfter. Essen schnell gemacht, die letzte Ration unseres Gulaschs. Später kam Peter vorbei, auf ein Getränk, bevor wir noch vor Mitternacht in die Koje krochen.

Am Freitag strahlt die Sonne, ein paar Wolken stören kaum. Zum Frühstück wollte Axel mit unserem Smart Brötchen holen, der die ganze Zeit in der Halle wartete. Leider zuckte die Batterie nicht einmal mehr. Mit dem für eine solche Situation an Bord befindlichen Ladekabel marschierte Axel nach dem Frühstück wieder zum Auto, um mit Fremdhilfe das Auto zu starten. Das schlug zweimal fehl – wir waren nur froh, dass wir nicht eine Batterie von Bord zum Auto geschleppt haben, um damit zu scheitern. Schließlich wurde der ADAC um Hilfe gebeten. Die Erklärung: Es braucht eine sehr starke Batterie, um auch die Halbautomatik des Smart neu zu starten, was eine normale Autobatterie normalerweise auch im Starthilfemodus nicht hergibt.

Während Axel mit dem nun laufenden Auto „um den Block“ fuhr, packte ich an Bord die nötigsten Sachen zusammen und stieg zu. Gegen 17 Uhr waren wir zu Hause, der Urlaub beendet. Wir werden versuchen, schönes Wetter in den nächsten Wochen noch zu nutzen, bevor wir Anfang Oktober unseren Krantermin haben.

 

Am Sonntag, den 6. September 2020 um 21:18 Uhr noch ein Nachtrag zum 28. August und dem Zeit-Rätsel: Beim Zuschauen des Nations League Fußballspiels Schweiz : Deutschland in Basel hatte ich die Muße, das Rätsel zu lösen und die Lösung einzusenden. LIGUSTER als Zwischenwort war richtig, das Lösungswort BERUFUN GSURTEIL E.