immer wieder Kanalfahrt

"Katara" Superyacht Werft Nobiskrug, Rendsburg
"Katara" Superyacht Werft Nobiskrug, Rendsburg

Donnerstag, 30. Juni 2022

 

Früh los, Frühstück unterwegs? Beides nein. Ziel für heute Rendsburg.

Das wir ohne besondere Vorkommnisse gegen 16 Uhr erreichen sollten. Leider war, nach wenig Berufsschifffahrt, das Signal in der Weiche Schülp 3 x rot. Verkehrsgruppe 6 traf Schleppverband. Eine Stunde dümpelten wir zwischen Kanalkilometer 57 und 57,5, bevor es endlich weiterging. Kurz darauf ist unser obligatorisches Brücken-Selfie an der Rendsburger Seilfähre gescheitert, dann noch den Pfahl beim Anlegen nicht gekriegt, morgen Regen den ganzen Tag, aber die Motorkühlung hat das vor sich Hintropfen eingestellt und ein Kanalselfie von Schacht Audorf: was soll man da sagen: Uns geht´s gut!

schleusen leicht gemacht

Brunsbüttel Schleusenhafen, hautnah an den dicken Pötten
Brunsbüttel Schleusenhafen, hautnah an den dicken Pötten

Mittwoch, 29. Juni 2022

 

Gestern Abend noch das e-Bike gegen das wie neu aussehende Birdy von Axel getauscht und die Gelegenheit genutzt, im Fischereihafen bei Bohlsen noch lecker Fisch zu essen.

Und heute heißt es Abschied nehmen von Cuxhaven. Um halb elf sind wir los, schönes Wetter, Sonne, Wind ziemlich von vorne und moderat. In unsere Richtung sind wir die einzigen, die segeln, dafür werden wir belohnt, als wir nach 4 Kreuzschlägen kurz hinter Altenbruch hoch am Wind bis fast vor die Schleuse kommen. Hier wird schon eifrig gewartet, als wir uns zu den Wartenden hinzugesellen. 

Nach längerer Zeit läuft vor uns das Feederschiff „Lady Carina“ in die Kleine Südschleuse ein. „Lady Carina“, die just als wir sie auf der Reede passierten, ankerauf ging. Auf deren Nachfrage über Funk von der Schleuse: „Die (Sportbootbesatzungen) haben ja Freizeit, die können warten.“

Und nun? An der Schleuse: Weißes Licht, d.h. Einfahrt für Sportboote, aber rotes Licht an den beiden Schleusenkammern. Mein Funkversuch mit der Bitte um Erklärung blieb unbeantwortet. 

Dann, über Funk, die Sportler mögen jetzt bitte bis vor das Schleusentor herankommen. Backbord in der kleinen Schleusenkammer, „Lady Carina“. Fabriziert ordentlich Schraubenwasser, was dazu führt, dass die Sportboote in dem übrig gebliebenen engen Gang mit äußerster Vorsicht und Mut das Schraubenwasser passierten. Alles dauert. Irgendwann: Schleuse voll, auf 8 Booten lange Nasen, Schleusentor zu. 

„Bitte verlassen Sie den Schleusenvorhafen und warten auf der Nordostreede!“

Nächste Schleusung, tröstlich, in ca. 45 Minuten. Diese 45 Minuten sind jedoch eine Standardzeitangabe, was sich bestätigte, denn nach 30 Minuten die Antwort auf die Funkanfrage, wann denn mit der nächsten Schleusung gerechnet werden könne: In 45 Minuten. 

Währenddessen eine andere Konversation über Funk betreffend der neuen Schleuse Nord zwischen Schleusenpersonal und Berufsschiff: „Kommt man gleich ran, hier ist grad eh nix los.“ Dito erhielten zwei Schlepper mit Brassfahrt eine Turboschleusung in der großen Neuen Süd.

 

Fazit: Da quetschen Schleusendisponenten Berufsschiffe in die kleine Alte Süd, währenddessen die Sportschipper ja Zeit, Freizeit hätten. Was irgend geht, reiht sich an der rechten Schleusenseite auf. 8 Schiffe bleiben draußen, wovon einige schon über 3 Stunden gewartet haben. Nach weiteren zweimal 45 Minuten die nächste Schleusung, wieder mit Berufsschiff, und wieder kamen nicht alle Sportboote mit. Einem wurde das zweite Mal „die Tür vor der Nase zugemacht“. Mit etwas Wohlwollen, wie bei den Kollegen in Holtenau, die kommunikativ die Schleusungen besser unterstützen, hätte der noch locker mitgekonnt.

Ein Armutszeugnis für die deutsche Gastfreundschaft. Die Yachten waren überwiegend aus Holland, ein Däne und ein Amerikaner aus Boston. 

Genug geschimpft. Die späte Uhrzeit, der immer noch heftig tropfende Motorüberlauf und ein ebenfalls oberhalb der Schlauchschelle vor sich hinsuppender Kühlschlauch- wir entscheiden, heute Nacht im Schleusenhafen zu bleiben. Nachdem Axel die Reparatur vorgenommen hat und ich vom Einkaufen zurücklief, traf ich Jörn-Dirk und Baffy, wie genau an dieser Stelle schon vor 2 Jahren ganz zufällig. 

Da drehte Axel spontan den Herd wieder ab und wir stießen zum gemeinsamen Essen und Klönen im Torhaus dazu.

 

in Cuxhaven

Fischereihafen Cuxhaven
Fischereihafen Cuxhaven

Dienstag, 28. Juni 2022

 

Das Wetter ist prädestiniert zur Weiterfahrt. Sonne. Windrichtung und -stärke. Allein, das Fahrrad. Wir rechneten damit, dass das Fahrrad erst Mittwoch fertig sei, da die passenden Mäntel erst besorgt werden mussten. Aber oh Wunder, das Fahrrad wird nachmittags fertig, ein Leihrad gibt´s inklusive, abzuholen in der Werkstatt im Fischereihafen. Axel mit meinem Fahrrad schnell hin, ich zu Fuß hinterher. Mein Fahrrad plus ein gemütliches e-Bike, aber sauschwer. Aufsitzen und noch einmal Duhnen. Heute mit Einkehr im Strandbistro. 

Die Szenerie: Am Tresen zum Eingang betritt ein älterer Herr die Terrasse. 

Er möchte gerne einen Tisch für 18 Uhr am nächsten Tag reservieren, allerdings mit leiser gestellter Musik als gerade jetzt. – 

Es gebe nur einen Tisch ab 20 Uhr, drinnen, sonst müsse er rechtzeitig kommen, denn auf der Terrasse würde nicht reserviert. – 

Und etwas früher? – 

Nein, dann hätte er nur eine Stunde zum Essen bis die nächste Reservierung käme, das wäre zu wenig Zeit. Außerdem spiele morgen Live-Musik. – Mann tritt ab. 

Kurz darauf erscheint er erneut an der Anmeldung, die gerade nicht besetzt ist. Greift sich das Reservierungsbuch und schlägt eine Seite um. – Die Bedienung rauscht herbei und feuert ein Donnerwetter auf ihn ab, nimmt ihm das Buch aus der Hand, erläutert ihren Unmut, lehnt seinen Reservierungswunsch ab und geht kopfschüttelnd in das Restaurantinnere. – Mann schüttelt den Kopf, versteht die Welt nicht, und tritt erneut ab.

Unbeteiligt wie wir sind, gucken uns an und stellen fest, dass es schon wirklich merkwürdige Menschen gibt. 

Zahlen kurz darauf bei der netten Bedienung und machen uns auf den Weg zurück an Bord.

 

Zu erwähnen wäre: Ich bin zum ersten Mal e-Bike gefahren und habe Blut geleckt! Ein Riese&Müller Swing- Hollandrad oder vielleicht ein UBN Seven mit Komfortlenker?

Gewitterwolken über Cuxhaven
Gewitterwolken über Cuxhaven

Montag, 27. Juni 2022

 

Das Fahrrad wird von „Rad und Tour“ mit dem Sprinter abgeholt. Was sollen wir nur tun, ohne Fahrrad. Zum Glück ist das Wetter eher regnerisch, da kommen einem schon kreative Ideen: Wir waschen Wäsche. Noch keine Woche unterwegs – aber es lohnt sich doch! Als der Trockner nicht hält, was er verspricht, wird eine weitere Runde Trockner eingeläutet. Dieses Mal nicht 40, sondern 58 Minuten. Das Ergebnis: Die Kajüte hing voll klammer Wäsche, deren Trocknungsvorgang mittels Heizlüfter befördert wurde: Erfolgreich!

 

Feuerschiff Elbe  1. Onkel Kurt war darauf seinerzeit Funker
Feuerschiff Elbe 1. Onkel Kurt war darauf seinerzeit Funker

Sonntag, 26. Juni 2022

 

Mit dem Fahrrad geht es heute zur Alten Liebe, die eingerüstet ist und repariert wird. Axel hat den Riss im Reifen notdürftig getaped – aber zu weit soll es damit nicht gehen. Eine kleine Runde drehen wir am Fischereihafen entlang, Jazz live wird geboten – leider alles besetzt. Gegenüber in einer Strandbar sind noch Plätze frei; wir stärken uns mit einem Getränk und bleiben nicht übermäßig lange, Latin Jazz war heute nichts für uns.

 

Idyll in der Schillerstraße
Idyll in der Schillerstraße

Sonnabend, 25. Juni 2022

 

In der Nacht zu Sonnabend hat es tüchtig geregnet, Brötchen holen gelingt im Trockenen. Der Himmel bleibt zunächst bedeckt und es ist spürbar abgekühlt. Aber mittags lacht wieder die Sonne. Heute radeln wir vor dem Deich bis zur Kugelbake und hinterm Deich bis zum Café Behrens in Döse. Auf der Terrasse zur Promenade kann man wunderbar Leute gucken. Bei den anderen Gästen und den Flaneuren überwiegt die rheinländische bzw. westfälische Mundart. 

Zurück am Yachthafen stellen wir fest, dass der Mantel von Axels Fahrradreifen gerissen ist. Das Fahrradgeschäft „Rad und Tour“ in der Schillerstraße finden wir im Internet, und es wird uns „Thorsten“ auch vom Hafenmeister empfohlen. Ein Termin online für Montag mittag ist schnell gemacht und wird bestätigt, inklusive Abholung am Hafen. 

Birdys machen auch mal Pause
Birdys machen auch mal Pause

Freitag 24. Juni 2022

 

Nachdem wir die Fahrräder aus der Achterkammer entpackt haben, ging es Kurs Duhnen. Dort kurze Pause ohne Einkehr, denn es dräute Ungemach: Dunkle Wolken im Osten! Regen um 14:30 Uhr; irre verlässlich sind die Vorhersagen heutzutage.

Mit Wind von achtern fliegen wir auf unseren Rädern mit über 20 km/h dahin. Allein, vergeblich. Kurz hinter der Kugelbake weht uns der Regen entgegen. Schon um 14:20 Uhr! Es ist spürbar abgekühlt – alles in allem ganz angenehm nach intensivem Sonnenschein und Hitze bei wenig Wind.

 

Nach Cuxhaven

Spiegelung im Yachthafen. Foto wie ein Gemälde von Egon Schiele
Spiegelung im Yachthafen. Foto wie ein Gemälde von Egon Schiele

Donnerstag, 23. Juni 2022

 

Der Sommer hat eine Verlängerung eingeläutet, es ist sehr warm und die Sonne lacht unverdrossen vom Himmel. Vorhergesagt für heute ist Wind aus Südost, 2 Bft. Keine Chance zum Segeln, da die Tide Windspiel mit 2 bis zu 4 Knoten schiebt. So wird es eine völlig unspektakuläre Motorbootfahrt nach Cuxhaven. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben und uns und unsere Fahrräder bewegen. 

leinen los

Abendstimmung in Glückstadt
Abendstimmung in Glückstadt

Mittwoch, 22. Juni 2022

 

Eine Tide mit Ausschlafpotential. 11:48 Uhr Hochwasser in Wedel. Das Wetter seit gestern, pünktlich zum Sommeranfang, sommerlich. Sonne, aber Hitze am heutigen Tag, wie z.B. bis zu 32° vorhergesagt für Ostfriesland, haben wir hier nicht.

Beim Segel setzen vor Wedel weht der Wind schwach mit 2 Bft., später 3.

Nordwestwind, das heißt Kreuzen, aber dadurch bei angenehmen Temperaturen. Später muss sogar eine Jacke her. Unser Ziel für heute ist Glückstadt. Häufig ändern wir unsere Ziele gerne, wenn Wind, Tide und Wetter gegen uns sind, aber nicht heute.

Zum Abendessen tragen wir Eulen nach Athen: Wir hatten den Matjes und die allerbeste Hausfrauensauce vom Fischhuus in Blankenese schon für gestern gebunkert, dafür musste heute in Glückstadt keiner von Bord.